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7. Sperrmüllfest

Einladung – Invitation – Davetiye

7. Sperrmüllfest // 15. September 2010
ab 18 Uhr – Brunnenstraße

Unter Sperrmüll ist sperriger Abfall aus Wohnungen zu verstehen, der aufgrund seiner Maße nicht in den Abfallbehältern und von den Stadt zugelassenen blauen 50-Liter-Beistellsäcken untergebracht werden kann. Bei Tüten und Kartons, die mit Restmüll gefüllt sind, handelt es sich nicht um Sperrmüll; dieser Müll kann folglich auch nicht über die Sperrmüllabfuhr entsorgt werden.

Wir haben die Nase voll davon, dass wir daran gehindert werden sollen, im Sperrmüll zu wühlen.
Wir sind der Meinung, dass Sperrmüll ein Tausch von Gegenständen ist. Der/die eine stellt raus, der/die andere holt rein, dann wird das Geholte wieder raus gestellt usw. Diesen natürlichen Vorgang wollen wir uns nicht vom Ordnungsamt einschränken lassen!
Sich Gegenstände vom Sperrmüll zu holen ist Umwelt- , Ressourcen- und Geldbeutel schonend! Es kann nicht sein, dass Menschen die Möglichkeit genommen werden soll, sich kostenlos Gegenstände zu besorgen!

Der 15-jährige Jonas I. (Name dem Autor bekannt) besucht zum wiederholten Male das Sperrmüllfest. Bisher sei er immer „zufrieden gewesen“ mit seinen Errungenschaften, sagt er. Nur beim letzten Mal war er etwas enttäuscht. „Nur Schrott stand dort“, raunt er. Nach langem Stöbern fand er aber doch etwas, das ihn interessierte: Eine alte Orgel ist das Objekt seiner Begierde. „Ich habe zwar schon eine Orgel, aber ein Freund von mir sucht zurzeit auch eine.“ Ganz uneigennützig war seine Erungenschaft aber letzten Endes nicht, denn: „Ich behalte die Orgel, die besser klingt, die andere bekommt mein Bekannter.“

KOD und Ordnungsamt, Hände weg von unserem Sperrmüll!

Seit geraumer Zeit verfolgt das Wuppertaler Ordnungsamt mit seinen verkleideten und schlecht bezahlten Hilfssheriffs vom Kommunalen Ordnungsdienst KOD einen repressiven Kurs gegen Sperrmüllsammler_innen aus dem In- und Ausland. Statt froh zu sein, dass sich Touristen aus Barmen, Amerika und aus der Ukraine für unsere Sperrgüter interessieren, werden sie frecherweise kriminalisiert. Bußgelder für Gartenzwerge und Stofftiere, die unerlaubt vom Sperrmüll geholt werden, sind nur Spitze der Unverschämtheit. Sogar Parkkrallen werden gegen diejenigen eingesetzt, die das Sofa nicht von Beyenburg nach Elberfeld tragen können. Die örtliche Monopolzeitung spielt dabei auch noch die rassistische Karte aus. Zur Hatz freigegeben ist der „gewerbliche Mülltourist aus dem Osten“ mit seinem Dieselfahrzeug, das nicht mal einen Russpartikelkatalysator hat. Die Hetze ist unsäglich, die Menschen, die im deutschen Wohlstandsmüll stöbern und davon ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, werden als „Müllfledderer“ diffamiert.

Besonders unverschämt ist es, die einheimischen Sperrmüllfreund_innen gegen die Weitgereisten auszuspielen. Sie wagen es, in Zeiten von Hartz IV, in Zeiten von Zwangsumzügen, Ein-Euro-Zwangsdiensten und ARGE-Schnüffler_innen den freien Zugang zum Sperrmüll zu begrenzen. Das Ordnungsamt, das schon länger durch seine Beteiligung an Razzien gegen Papierlose, Schwarzarbeiter_innen und im letzten Jahr auch beim Überfall auf das Autonome Zentrum ungünstig aufgefallen ist, laden wir in die Elberfelder Nordstadt ein, um den Sperrmüll zu bewachen. Sie werden an diesem Tag keine Zeit haben sich an Razzien und Abschiebungen zu beteiligen, sie müssen sehr flink sein, um alle Gartenzwerge, Sofas und Computer zu bewachen… Wir werden an diesem Mittwochabend ganz offensiv unseren Anspruch auf freie Verteilung von sperrigen Gebrauchsgütern in der Elberfelder Nordstadt durchsetzen. Wir werden unseren Sperrmüll gegen die Müllschnüffler_innen vom Ordnungsamt verteidigen und wir werden uns große Mühe machen, die Sperrmüllgeschenke ansprechend auf der Straße zu präsentieren.

Wir machen all das, was verboten ist! Wir wissen, dass unsere bewusste Aneignung nicht von der Stadt erlaubt ist. Aber wir sind uns sicher, dass unsere Aktion eine notwendige und legitime Handlung darstellt, um dieser repressiven Praxis Einhalt zu gebieten. Sie ist für uns ein notwendiger Eingriff im städtischen Alltagsleben!

Unsere Festmeile beginnt in der Brunnenstraße. Es wird gegrillt und Musik gemacht. Eine Ausdehnung in alle Straßen ist ausdrücklich erwünscht! Wir rufen alle Anwohner_innen auf, gemeinsam mit uns das Fest zu feiern!

Der größte Umsonstladen der Welt…

Freiheit für den Sperrmüll – auch wir zahlen nicht für eurer Krise!

Der Wuppertaler Beitrag zum bundesweiten Aktionstag gegen die Krisenauswirkungen am 16. September war ein voller Erfolg. Die Sperrmüllparty auf dem Ölberg war ein Stück Alltagswiderstand, der sich gegen die spezielle Wuppertaler (?) Praxis richtet, mit dem Ordnungsamt SpermüllsammlerInnen zu kriminalisieren. Seit einiger Zeit werden diejenigen Menschen mit einem Ordnungsgeld belegt, die Sperrmüll mitnehmen und dabei erwischt werden. Ein spezieller Dienst des Ordnungsamtes namens KOD observiert die Stadtteile und versucht einzelne Leute abzugreifen. Vor einigen Monaten kam es sogar zu rassistischen Übergriffen, als eine Migrantin von den Bütteln des Ordnungsamts festgenommen und misshandelt wurde.
Am Dienstag war die Wuppertaler Nordstadt aber NO-GO fürs Ordnungsamt. Unter großer Anteilnahme der Nachbarschaft feierten wir eine wunderschöne Sperrmüllparty. Das Ordnungsamt wurde nicht gesichtet, die Bullen machten einen auf charmant und störten nicht das bunte und „kriminelle“ Treiben.. Es entstand auf unserer Festmeile ein wunderschönes Freiluft-Wohnzimmer mit Grill, die Vokü-Gruppe reichte köstliches Essen und verschiedene MusikerInnen und SängerInnen traten auf.
Das war ein sehr gelungener Abend, die Kampagne gegen das Ordnungsamt und für einen freien Sperrmüll geht weiter siehe unten…

Freundeskreise 4 Woche, Husch-Husch und Mina K. Wuppertal-Ölberg

Sperrmüllfest am 16. September

zum vierten Mal laden wir zum Sperrmüllfest ab 18:00 Uhr in die Brunnenstrasse ein.

Der Freundeskreis 4. Woche ist hoch erfreut, das das Thema Sperrmüll jetzt auch vom linken Netzwerk aufgegriffen.
Sie laden zu einem Treffen am 16. September ein.

Wir finden, dass es höchste Zeit ist, das Thema
Sperrmüll in ganz Wuppertal auf die Tagesordnung zu setzen.

Wir haben die Nase voll davon, dass wir daran gehindert werden sollen, im Sperrmüll zu wühlen.
Wir sind der Meinung, dass Sperrmüll ein Tausch von Gegenständen ist. Der/die eine stellt raus, der/die andere holt rein, dann wird das Geholte wieder raus gestellt usw. Diesen natürlichen Vorgang wollen wir uns nicht vom Ordnungsamt einschränken lassen!
Sich Gegenstände vom Sperrmüll zu holen ist Umwelt- , Ressourcen- und Geldbeutel schonend! Es kann nicht sein, dass Menschen die Möglichkeit genommen werden soll, sich kostenlos Gegenstände zu besorgen!

Wir finden, das Thema Sperrmüll muss politisch angegangen werden!
Dazu wollen wir uns beim nächsten Treffen austauschen, Ideen sammeln und diese auch ausarbeiten. Wir wollen verschiedenen Aktionen starten und diese miteinander koordinieren.

Je mehr mitmachen, umso besser. Also diesen Text bitte an alle weiter leiten, von denen Ihr Euch vorstellen könnt, dass sie Interesse an diesem Thema haben.

Zu Vorgeschichte, Sinn und Zweck des linken Netzwerks:

Die Idee ein Netzwerk zu gründen entstand aus einigen Treffen zur Vorbereitung der autonomen Demo zum 01. Mai diesen Jahres. Hier hatten sich verschiedene linke Organisationen mehrmals getroffen und so entstand die Idee, auch zukünftig enger zusammen zu arbeiten.
Wir leben in ereignisreichen Zeiten und denken, dass die Vorteile, als linke Organisationen näher zusammen zu rücken, für jeden offensichtlich sind.
Das Ziel dabei soll nicht sein, unsere verschiedenen Schwerpunkte und Visionen zu einem Brei zu vermengen. Vielmehr könnten wir von Zeit zu Zeit gemeinsam aktiv werden. Zum Beispiel bei den oben genannten Punkten.
Also lasst es uns anpacken. Alt aber immer wieder aktuell: Gemeinsam sind wir stärker!

Treffen 30. September 19:00 Tacheles Bahnhof Loh

Aufruf zum Sperrmüll-Fest

Seit geraumer Zeit verfolgt das Wuppertaler Ordnungsamt mit seinen verkleideten und schlecht bezahlten Hilfssheriffs vom Kommunalen Ordnungsdienst KOD einen repressiven Kurs gegen Sperrmüll-sammlerInnen aus dem In- und Ausland.
Statt froh zu sein, das sich Touristen aus Barmen, Amerika und aus der Ukraine sich für unsere Sperrgüter interessieren, werden sie frecherweise kriminalisiert. Bußgelder für Gartenzwerge und Stofftiere, die unerlaubt vom Sperrmüll geholt werden, sind nur Spitze der Unverschämtheit. Sogar Parkkrallen werden gegen diejenigen eingesetzt, die das Sofa nicht von Beyenburg nach Elberfeld tragen können.

Die örtliche Monopolzeitung spielt dabei auch noch die rassistische Karte aus. Zur Hatz freigegeben ist der „gewerbliche Mülltourist aus dem Osten“ mit seinem Dieselfahrzeug, das nicht mal ein Russpartikelkatalysator hat. Die Hetze ist unsäglich, die Menschen, die im deutschen Wohlstandsmüll stöbern und davon ihren Lebensunterhalt bestreiten müssen, werden als „Müllflederer“ diffamiert. Besonders unverschämt ist es, die einheimischen SperrmüllfreundInnen gegen die Weitgereisten auszuspielen.

Sie wagen es, in Zeiten von Hartz IV, in Zeiten von Zwangsumzügen, Ein Euro Zwangsdiensten und Sozialsamtsschnüfflern den freien Zugang zu Sperrmüll zu begrenzen. Das Ordnungsamt, das schon länger durch seine Beteiligung an Razzien gegen Papierlose und SchwarzarbeiterInnen, ungünstig aufgefallen ist, laden wir in die Elberfelder Nordstadt ein, den Sperrmüll zu bewachen. Sie werden an diesem Mittwoch keine Zeit haben sich an Razzien und Abschiebungen zu beteiligen, sie müssen sehr flink sein, um alle Gartenzwerge, Sofas und Computer zu bewachen…

Wir werden an diesem Mittwochabend ganz offensiv unseren Anspruch auf freie Verteilung von sperrigen Gebrauchsgütern in der Elberfelder Nordstadt durchsetzen. Wir werden unseren Sperrmüll gegen die Müllschnüffler vom Ordnungsamt verteidigen und wir werden uns große Mühe machen, die Sperrmüllgeschenke ansprechend auf der Straße zu präsentieren. Unsere Festmeile beginnt in der Brunnenstraße. Wir reichen günstigen Glühwein. Es wird gegrillt und Musik gemacht. Eine Ausdehnung in alle Straßen ist ausdrücklich erwünscht!

Guerrilla Gardening bald auch auf Ölberg?

Guerrilla Gardening, ursprünglich als subtiles Mittel politischen Protests und zivilen Ungehorsams anzusehen, ist die heimliche Aussaat von Pflanzen im öffentlichen Raum, vorrangig in Großstädten oder auf öffentlichen Grünflächen.

Mittlerweile hat sich Guerrilla Gardening zu einer urbanen Landwirtschaft weiterentwickelt und verbindet mit dem Protest den Nutzen einer Ernte beziehungsweise einer Verschönerung trister Innenstädte durch Begrünung brachliegender Flächen.

Gärtnern heißt direktes Handeln: es kann den Anspruch der Menschen auf ein Stück Land bekräftigen, städtische Gemeinschaften wiederaufleben lassen und die Kontrolle der Multis über das Angebot an Nahrungsmitteln zurückdrängen.

Die Bewegung besteht aus vielen sehr unterschiedlichen Gruppen. Aber das gemeinsame Ziel ist klar: Menschen wieder dazu zu bringen, auf einem Stück Land Nahrung zu produzieren, mit Hilfsmitteln aus der Umgebung und einem Minimum an Energie. Statt Äpfel zu kaufen, die aus Chile eingeflogen werden, kann sich jeder seine dort pflücken, wo er lebt. Aus privaten Gärten werden öffentliche, aus Monokultur wird Vielfalt und aus Konsum Produktion.

Mittlerweile haben sich die Guerrilla-Gärtner weltweit organisiert. Am ersten Mai 2000 hat die Aktivisten-Gruppe „Reclaim the Streets“ unter dem Slogan „Resistance is fertile“ (Anm. d. Ü.: Widerstand ist fruchtbar, Wortspiel mit „Resistance is futile“ – Widerstand ist zwecklos) Pflanz-Events in vielen britischen Städten organisiert, als Teil eines weltweiten Aktionstages gegen den Kapitalismus. Im April davor hatte es ähnliche Veranstaltungen in Washington, D. C., im Rahmen der Meetings des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank gegeben.

Nach Sonnenuntergang rücken sie an, bewaffnet mit Schaufel und Gießkanne. Keine Verkehrsinsel und kein Hinterhof sind vor ihnen sicher. „Garden Guerilla“ heißen die grünen Pioniere mit Weltverbesserergeist, die urbane Beton- und Asphaltlandschaften in blühende Oasen verwandeln. Ihre Mission: Eine Stadt zum Wohlfühlen.
Neo Nature: Die neue Lust an der Naturbegegnung

Spätestens seit Beginn des neuen Jahrtausends lautet die Losung wieder: „Zurück zur Natur“. Anders als in der Landkomunen- und Anti-Atomkraft-Bewegung der 70er und 80er Jahre geht es diesmal jedoch nicht ausschließlich um die Rettung der Welt und den Rückzug ins anti-städtische Landleben. Vielmehr wird Natur als Wohlfühlfaktor neu entdeckt. Sie vermittelt Ursprünglichkeit, Authentizität – allesamt Mangelware im Konsumalltag – und entschleunigt den Alltag von Bürohengsten. Natur wird zum Gestaltungs- und Genussraum, wird zunehmend inszeniert, geformt – und schließlich zum Teil (urbaner) Erlebniskultur.Wer nicht auf dem Land wohnt, versucht sich im städtischen Umfeld so weit wie möglich zu „vergrünen“. Der blumige Trend hat schon viele Wohnzimmer erobert und nie gaben Verbraucher mehr für Grünzeug auf Balkon und Fensterbrett aus als heute.

Gärtner der Nacht: Während andere schlafen verändern sie die Stadt

Anhänger der Garden Guerilla allerdings geben sich mit einer Mikro-Natur nicht mehr zufrieden. Sie sind die Kämpfer gegen die (finanzielle) Beschränktheit der Grünflächenämter. Selbstinitiativ wagen sie den Schritt auf die Straße. Sie bepflanzen in Eigenregie öffentliche Plätze, Grünstreifen, vergessene Hinterhöfe und Baumscheiben. Sie ackern auf eigene Kosten und ohne offizielle Erlaubnis. Deswegen arbeiten sie vornehmlich nachts und kommunizieren über Internetplattformen. Eine Anzeige gegen die friedlichen Vandalen gab es allerdings noch nicht. Im Gegenteil, die meisten Anwohner und auch Polizisten reagieren positiv auf ihre Aktionen.

Think local: Vom Globalisierungsgegner zum Begrünungs-Guerillero

Sich urbanen Lebensraum über wildes Gärtnern emotional zurückzuerobern, hat insbesondere in London Konjunktur. Hier hat Guerilla Gardening als Protestform auch seine Anfänge. Denn am 1. Mai 2000 versammelten sich Globalisierungsgegner, Umweltaktivisten und Anarchisten auf dem Londoner Parliament Square, um den Platz eigenhändig und ohne Erlaubnis im wahrsten Sinne des Wortes umzugraben und zu begrünen. Aus einigen politisch motivierten Globalisierungsgegnern, die Golfplätze mit Dornenhecken oder Disteln verunstalteten, sind so Guerilla-Gärtner geworden: Mit grünem Vandalismus setzen sie sich aber nicht weniger leidenschaftlich für einen schöneren Lebensraum vor der eigenen Haustüre ein. „Think local“ ist die Devise.

Richard Reynolds, die Leitfigur der Naturaktivisten, hat 2004 im Alleingang den ersten Hinterhof begrünt. Seit dem pflügen und säen mit ihm weltweit rund 1.600 Community-Mitglieder. In England sind es bereits mehrere hundert. Die soziale Interaktion on- und offline spielt hierbei eine große Rolle. Die Community www.guerrillagardening.org beispielsweise vereint Guerilleros über den gesamten Erdball. Mit Vorher-nachher-Beweisfotos präsentieren sie ihr Engagement einem Weltpublikum.

Australische Gärtner-Guerilleros bei der Arbeit Australische Gärtner-Guerilleros bei der Arbeit
Australische Gärtner-Guerilleros bei der Arbeit (Quelle: guerrillagardening.org)
Auch legale Begrünungsaktionen im Trend

Doch die Szene beschränkt sich nicht auf eine Subkultur. Guerilla-Gärtner können sich immer mehr auch in offiziellen Projekten engagieren. Denn in vielen Städten haben Kultur- und Stadtmanager den grünen Daumen ihrer Bürger erkannt und verschiedene Aktionen ins Leben gerufen.

* Grüne Kunst und Stadtteilarbeit: Gardening jenseits der Landschaftsarchitektur ist mittlerweile eine beliebte künstlerische Ausdrucksform. Ob florale Streetart oder Grafitti mit Pflanzen – Kunst im öffentlichen Raum hat immer mehr einen dezidiert ökologischen Bezug. Im Rahmen des Projekts „GrüntMit!“ haben Bewohner des Berliner Prenzlauer Bergs staubige Baumscheiben in blumige Mini-Oasen verwandelt (www.gruentmit.de). In Frankfurt am Main hat die stark befahrene Friedberger Landstraße ein neues Gesicht bekommen. Rund hundert Sonnenblumen schmücken derzeit einen Verkehrstreifen. Die üppige Pracht ist dem Einsatz der Frankfurter Kulturinitiative KuNo zu verdanken, die mit dem Projekt „Blumen statt Steine“ ein blühendes Zeichen gesetzt hat (www.kuno-frankfurt.de).
* Urban Farming: Insbesondere in US-amerikanischen Großstädten wie New York, Chicago oder Detroit engagieren sich immer mehr Menschen in Sachen „Urban Farming“ (www.urbanfarming.org). Es geht ihnen dabei nicht nur darum, ihre Stadt grüner zu machen, sondern mit regionalem Anbau von Gemüse und Obst Hunger in Armenvierteln zu bekämpfen sowie das Ernährungs- und Ökologiebewusstsein von Großstadtkindern über didaktisch ausgerichtete Anbau-Projekte zu stärken. Dass dabei der auf den Dächern von New York gewonnene Honig in Feinkostläden reißenden Absatz findet, ist eine von vielen scheinbar anachronistischen neogrünen Phänomenen unserer Zeit. Seit 2005 hat auch Deutschland eine Austauschplattform für städtische Hobby-Bauern. Unter www.urbanacker.net findet man Informationen und Gleichgesinnte rund um die „urbane Landwirtschaft, interkulturelle und Gemeinschaftsgärten, Naturschutz und alternatives Gärtnern“.

FAZIT: Schrebergarten 2.0 – Gärtnern als zivilgesellschaftliches Engagement und Community-Tool

Die Arbeit in und an der Natur hat neben dem ästhetischen einen hoch sozialen Effekt. Urbane Projekte nutzen diesen Vorteil: Nachbarschaftsgärten bieten Bürgern Raum für soziale Interaktion, Integration, interkulturellen Dialog oder ganz einfach einen Platz im Grünen. Sie entstehen auf brach liegenden Grundstücken, häufig in Problemvierteln und werden von Ex- und Neo-Hippies, Senioren, Familien und Studenten gleichermaßen gestaltet.Die Garden Guerilla setzt auf Eigeninitiative und soziales Engagement. Sie zeigt uns ein weiteres Gesicht des neogrünen Lifestyles, den wir in der Studie „Zielgruppe LOHAS“ bereits ausführlichst beschrieben haben. Guerilla-Gardening zeigt aber auch, dass sich Bürger nicht mehr bloß auf das Wohlwollen von (Lokal-)Politikern und Grünflächenämtern verlassen, die mit der Pflege von Parks und Friedhöfen mehr als ausgelastet sind. Die Zivilgesellschaft macht sich sichtbar – für lebenswerte Städte.




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