Archiv der Kategorie 'Rezepte'

Auf in den Gemüseladen!

4.Woche Kochen ist wegen Wintereinbruch im Bergischen Land in den Gemüseladen am Otto Böhne Platz verlegt. 16.00 Uhr gehts los -Essen gibts ab 18:00 Uhr

Ratschlag: Brav sein hilft nicht

Mit brav sein und abwarten kommt man als Selbstständiger mit Anspruch auf Hartz-IV-Leistungen nicht weit. Der Sozialrechtler und Vorsitzende des Vereins Soziale Hilfe in Wiesbaden Albrecht Brühl rät, nicht alles hinzunehmen und sich bei der Agentur für Arbeit kundig zur Wehr zu setzen. Wenn die Behörde nach Ermessensspielraum entscheidet, sei es wichtig, überzeugend zu argumentieren.

Maßgebliche Hartz-Regelungen für Selbständige sind laut Brühl: Leistungen zur Eingliederung sollen nur gewährt werden, wenn zu erwarten ist, daß die Tätigkeit wirtschaftlich tragfähig ist und die Hilfsbedürftigkeit dauerhaft überwunden werden kann. Zur Beurteilung soll die Agentur für Arbeit die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle beantragen. Zuschüsse dürfen einen Betrag von 5000 Euro nicht übersteigen, heißt es in Paragraph 16c der Hartz-Gesetze. Wird ein Fahrzeug zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt, sind »tatsächlich notwendige« Investitionen als betriebliche Ausgaben abzusetzen. Die beim Finanzamt abzusetzende Reisekosten-Pauschale beträgt 30 Cent pro Kilometer, bei Hartz IV nur 20 Cent: »Die Pauschale ist nicht kostendeckend«, kritisiert Brühl die besondere Härte gegenüber den ärmeren Selbständigen.

Selbständige, die ihre Ausgaben nicht einzeln auflisten wollen, können einen Pauschalsatz von 100 Euro geltend machen. Ab mehr als 400 Euro Einkommen und wenn die Summe der Ausgaben 100 Euro übersteigt, wird empfohlen, Einzelnachweise zu bringen. Häufig werde die 100-Euro-Pauschale nicht gezahlt. Wird sie rechtswidrig vorenthalten, ist nach Paragraph 44, Sozialgesetzbuch X, noch bis zu fünf Jahren im nachhinein rückwirkend eine Korrektur möglich. Allerdings müssen fehlerhafte Ablehnungen von Anträgen schriftlich vorliegen.

Eine der besonderen Gemeinheiten gegenüber Hartz-IV-Beziehern ist, daß sich freiberufliche Künstler nicht auf die im Grundgesetzartikel5 garantierte Freiheit der Kunst beziehen können. Eine Subventionierung nach Hartz IV sei dadurch nicht gedeckt. Brühl verweist dazu auf ein Urteil des Verwaltungsgerichtshofs in Bayern: Ein Kunstmaler, der neben seiner künstlerischen Tätigkeit so­ziale Leistungen bezieht, müsse einen Ein-Euro-Job annehmen, falls er seinen Lebensunterhalt absehbar mit seiner Kunst nicht bestreiten kann. (düp)

http://www.jungewelt.de/2009/11-16/053.php

am 23. Oktober is wieder 4. Woche

Die 4-Woche Aktion zieht ins Winterquartier!
Am 23.Oktober kochen wir ab 16:00 Uhr in und vor dem neuen Stadteilcafe Stilbruch am Otto- Böhne-Platz am Ölberg.

Ab 17:00 Uhr gibt es eine mobile Hartz IV Beratung von Tacheles. Wer Hilfe, Begleitung und Beratung braucht, auf zum Otto Böhne Platz!

Wie immer kochen wir köstliches Essen und organisieren uns selbst einen sozialen und würdigen öffentlichen Treffpunkt in der Nordstadt. Gleichzeitig wollen wir für den nächsten Zahltag bei der Arge in der Winklerstrasse am 2. November werben!
Kommt alle!
Zusammen sind wir unausstehlich!
Geld her! Weg mit den unwürdigen Sanktionen bei der ARGE

http://4woche.blogsport.de/

Die Aktion ist inspiriert von den „Vierte Woche“– Aktionen der Prekären in Italien, die- wie die meisten von uns -am Ende des Monats kein Geld mehr in der Tasche haben. Sie treffen sich regelmäßig in der vierten Woche zu gemeinsamen Menüs und abschließenden Einkaufstouren und Kinobummel, um ihr Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben durchzusetzen. Wir wollen uns ab jetzt jeden letzten Freitag im Monat treffen, um in Zeiten von Hartz VI, Kurzarbeit, Niedrigrenten, Studiengebühren und 1 Euro Jobs uns gemeinsam ein köstliches Menü umsonst und draußen zu kochen. Hierzu sind Alle mit Kindern und Enkelkindern herzlich eingeladen.

Weg mit Hartz IV- Würdige Lebensverhältnisse für alle, mindestens 800 Euro (ohne Miete) und 10 Euro Mindestlohn aber dalli!

Grüße nach Bochum Umsonstfest in Bo

Stell dir vor es ist Markt – und keiner bezahlt.

Am 20. September lädt euch die Initiative bochumsonst zum 1. Umsonstfest auf den Bürgerplatz in Bochum ein. Wir betreiben seit Juni letzten Jahres den KostNixLaden und möchten mit diesem Fest den Rahmen eines „bloßen“ Ladens verlassen. An diesem Tag möchten wir mit allen Interessierten zusammen das Umsonstprinzip auf den wenig genutzten Bürgerplatz in Hamme bringen.
Was bedeutet das?

Gemäß dem Motto „alles ist umsonst“ könnt ihr an diesem Tag das Portmonee zuhause lassen. Alles was auf dem Fest angeboten wird, steht für alle ohne Gegenleistung zur Verfügung und die Gestaltung ist für alle Teilnehmenden offen. Damit das funktionieren kann, müssen wir selbstverständlich respektvoll miteinander umgehen und bereit sein, uns abzusprechen wo nötig.

Wir streben ein soziales Aufeinandertreffen an, das hinausgeht über das bloße Verhältnis des Verkäufers zur Käuferin zum Zweck des Austauschs von Waren.

Alle sollen sich entspannen, ausprobieren und ihrem Bedürfnis nachgehen können, z.B. selbst bestimmen wie lange sie für etwas die Verantwortung übernehmen wollen, ohne Erwartungsdruck oder Anspruchshaltungen.

Neben einem Umsonstflohmarkt und der Verköstigung durch die Gruppe „food not bombs“ gibt es bisher schon eine offene Bühne, für die ein kleines Programm zusammengestellt wird.
Give what you can! Take what you need!

Was es sonst noch auf diesem Fest geben wird, bestimmt Ihr selbst! Das Fest soll offen für alle Ideen sein. Überlegt Euch, ob ihr etwas backen oder kochen (bitte vegetarisch!), aufführen, ausstellen, vortanzen, zum Besten geben oder einfach verschenken wollt. Ob Turnschuhflicken, Zuckerwatte machen, Rastazöpfe flechten oder Apfelsaft pressen und ausschenken. Alles ist erwünscht. Auch Fähigkeiten und Kenntnisse könnt ihr mit anderen teilen oder euer eigenes Projekt vorstellen, soweit ihr es in Anlehnung an die Umsonstidee versteht. Die einzige Vorraussetzung ist – das liegt nahe! – dass euer Angebot zur freien, kostenlosen (und gerne auch kindgerechten) Teilnahme offen ist.

Selbstverständlich ist für die Teilnahme an diesem Fest ein eigenes Angebot nicht verpflichtend. JedeR bestimmt selbst, was er/sie nehmen und geben will.
Do it yourself!

Infrastruktursozialismus

ein beitrag gegen die krise
Plädoyer der Redaktion für Infrastruktursozialismus

Von Redaktion prager frühling

Ein wohlverstandener Infrastruktursozialismus macht das Leben für die Menschen angenehmer und ist ein Beitrag gegen die Folgen der Krise. Zudem entzieht er elementare gesellschaftliche Aufgaben wie Kommunikation, Mobilität, Kultur, Bildung und Gesundheit der Warenförmigkeit.
Kommunikation
Telefon und Internet sind elementar für die Pflege sozialer und beruflicher Kontakte. Sie schaffen Zugang zu politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Informationen. Ohne sie ist gesellschaftliche Teilnahme heute nicht mehr denkbar. Deshalb müssen die Netze weiter ausgebaut werden. DSL muss auch im abgelegensten Dorf Standard sein. An öffentlichen Orten ist ein freies WLAN-Netz notwendig. Weil dies alles kostenlos ist, werden Milliardenbeträge für andere Ausgaben frei. Was für eine Ankurbelung der Binnennachfrage!

Mobilität
Mobilität wird üblicherweise als „freie Fahrt für freie Bürger“ interpretiert. Welcher Begriff von Freiheit dabei zugrunde liegt, zeigt sich bei der Abwrackprämie: Für Hartz-IV-Beziehende gilt sie nicht. Dabei wäre Mobilität für alle einfach zu organisieren: ÖPNV zum Nulltarif, ein Kontingent für Fernreisen mit der Bahn und ein enges Charsharing-Netz schaffen nicht nur viele Arbeitsplätze (mehr BusfahrerInnen, Erweiterung des Schienennetzes, der Züge etc.), sondern sind auch ein Beitrag gegen die Klimakatastrophe. Carsharing-Autos, die ähnlich wie die Bahn-Fahrräder in Großstädten ein dichtes Netz bilden, beseitigen zudem die Überproduktion in der Automobilindustrie ökologischer als die Abwrackprämie.

Kulturelle Teilhabe
Das kulturelle Leben ist vielfältig und umfasst nicht nur Theater, Kino, Musik und Literatur. So verschieden das Leben ist, so unterschiedlich müssen auch die kulturellen Angebote sein. Zu fördern ist dabei nicht nur, was gemeinhin als Hochkultur gilt, sondern auch die Kultur der Subalternen: Die Förderung der kulturellen Infrastruktur umfasst also sowohl das Theater als auch die Werkstatt für HobbyschrauberInnen, den Proberaum der jugendlichen Ohr-ab-Band, und die Karaoke-Bar. Die Förderung des kulturellen Lebens schafft dabei auch eine Vielzahl an Arbeitsplätzen: SchauspielerInnen, BühnenbildnerInnen, MusikerInnen müssen eingestellt, Hobbywerkstätten und Proberäume eingerichtet und verwaltet werden.

Gesundheit
Gesundheit muss vollständig der Warenförmigkeit entzogen werden, indem freier und kostenloser Zugang zu Ärtzehäusern und Krankenhäusern gewährt wird. Wer krank ist, wird behandelt. Die Zweiklassenmedizin ist abgeschafft. Dazu sind große Investitionen notwendig, weil durch den freien Zugang zur Gesundheitsversorgung sowohl ein Ausbau der Intensivmedizin notwendig, als auch der Bedarf an den Tätigkeiten der Heil- und Medizinfachberufe steigen wird.
Auch die Zahnmedizin hätte mehr zu tun, würden Kronen und Implantate nicht nur diejenigen erhalten, die sie bezahlen können, sondern alle, die sie benötigen. Um würdiges Altern zu garantieren, müssen auch in der Altenbetreuung mehr Menschen tätig sein.
Die Krankenkassen weisen heute zurecht darauf hin, dass regelmässige sportliche Betätigung wichtig ist. Der freie Eintritt zu McFit – allerdings mit qualifizierten TrainerInnen – ist daher ein weiterer Baustein eines Infrastruktursozialismus im Gesundheitswesen.

Bildung
Freier Zugang zu Schulen, Universitäten, Volkshochschulen und ein umfassendes Angebot an kostenlosen Kindertagesstätten macht die Menschen schlauer und schafft gesellschaftlich sinnvolle Arbeitsplätze. Durch den freien Zugang wird die diskriminierende Aufteilung der SchülerInnen auf verschiedene Schultypen beendet. Kindertagesstätten und Ganztagsschulen erleichtern die Verbindung von Familie und Beruf. Selbstverständlich gibt es Studiengebühren genau so wenig wie Gebühren für die Meisterlehrgänge handwerklicher Berufe. Die Lehrmaterialien (Schulbücher, Zugang zu den Bibliotheken, Ausbildungsmaterialien) sind kostenfrei.

Demokratisch ausgehandelt und selbstverwaltet zeigt der Infrastruktursozialismus auf, was heute schon an gesellschaftlicher Teilnahme möglich wäre. Die Forderung „Her mit dem Infrastruktursozialismus“ ist daher mehr als eine linke Antwort auf die Krise, weil der Infrastruktursozialismus bereits die Möglichkeiten der neuen Gesellschaft im Schoss der alten ausbrütet.




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