Archiv für März 2011

Ein Denkmal der Namen für Wuppertal

Zum 66. Jahrestag der Befreiung Wuppertals:

Freitag 15. April 2011 ab 15:00 Uhr im Deweerth’schen Garten am Denkmal für die NS-Opfer

Gedenktafel-Enthüllung und Präsentation des interaktiven und digitalen Gedenkbuchs für die NS-Opfer aus Wuppertal – www.gedenkbuch-wuppertal.de

Es sprechen:

Prof. Dr. Heinz Sünker, Bergische Universität Wuppertal
Peter Jung, Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal
Jacques Altmann, Paris, UDA, Resistance-Kämpfer und Auschwitz-Überlebender
Marianne Hecht-Wieber, VVN-BdA und Tochter des Widerstandskämpfers Emil Löhde
Roman Franz, Vorsitzender des Landesverbandes Sinti und Roma NRW
Ulrich Tesch, Angehöriger von einem Wuppertaler Euthanasieopfer
Jürgen Stamm, ehemaliger 1. Bevollmächtigter der IG Metall Stuttgart

Kulturprogramm im Festzelt mit:
Roswita Dasch, Uli Klan und Erhard Ufermann;
ab 18:00 Uhr Konzert mit Microphone Mafia

Liberation Day

Am 15. April 2011 jährt sich der Tag der Befreiung Wuppertals durch die Truppen der US-Army zum 66.Mal. Zu diesem Wuppertaler Befreiungstag laden wir in Zusammenarbeit mit Gewerkschaften, Geschichtsvereinen und Opferverbänden Angehörige von Wuppertaler NS-Opfern aus den USA, Israel, der Ukraine, Weißrussland, den Niederlanden und aus Frankreich nach Wuppertal ein.

Angehörige der ermordeten WiderstandskämpferInnen aus der Arbeiterbewegung werden ebenfalls zur Gedenkfeier erwartet. Darüber hinaus bemühen wir uns um die Einladung von Angehörigen der oftmals vergessenen NS-Opfer, wie z.B. der Wuppertaler Roma und Sinti, der Zeugen Jehovas, der Opfer der Militärjustiz, der Euthanasie-Opfer und von KZ-Gefangenen. Weitere Ehrengäste sind ehemalige niederländische Zwangsarbeiter, Veteranen der US-Army, die Wuppertal befreit haben und die Angehörigen der Roten Armee, die im Veteranenclub der jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal organisiert sind.

Am 15.April soll im Beisein der Angehörigen eine Gedenktafel mit 3.100 Namen Wuppertaler NS-Opfer am kommunalen Denkmal für die Opfer des Nationalsozialsmus im Deweerth’schen Garten in Wuppertal-Elberfeld enthüllt werden. Am Denkmal für die NS-Opfer soll damit ein Ort in Wuppertal entstehen, an dem die Namen der Getöteten nachgelesen werden können und an dem die Opfer geehrt werden.

Digitales und interaktives Gedenkbuch www.gedenkbuch-wuppertal.de

Der zweite Schwerpunkt der Gedenkfeier am 15. April 2011 ist die Präsentation des digitalen und interaktiven Gedenkbuches www.gedenkbuch-wuppertal.de, das den Opfern des Nationalsozialismus in Wuppertal ihre Namen, ihre Gesichter und – soweit möglich – ihre Lebensgeschichten wiedergeben soll. Als Inspiration für das Projekt diente vor allem das „Denkmal der Namen” in Villach und die „Mauer der Namen” (le mur des Noms) im Memorial de la Shoah in Paris. Zum ersten Mal im deutschen Sprachraum entsteht damit im Internet ein Gedenkbuch, das explizit alle Opfergruppen berücksichtigt. Das digitale Gedenkbuch entsteht mithilfe interaktiver „Web 2.0”-Anwendungen. Es wird in deutscher, russischer und englischer Sprache online veröffentlicht und soll den internationalen Austausch und die Kommunikation mit Angehörigen der NS-Opfern und WissenschaftlerInnen befördern.

Unsere Einladung zur Mitarbeit am interaktiven Gedenkbuch

Während das Schicksal der Wuppertaler Juden, der ermordeten Angehörigen der Arbeiterbewegung und des kirchlichen Widerstands weitgehend erforscht ist, gibt es über die (vergessenen) Opfergruppen wie z.B. die Roma und Sinti, die Zeugen Jehovas, die als „Asoziale“, „Arbeitsscheue“ oder „Berufsverbrecher“ ins KZ verschleppten Gefangenen, die „Euthanasie“-Opfer, über Homosexuelle, Deserteure und ZwangsarbeiterInnen kaum verlässliche und öffentlich zugängliche Informationen. Das wollen wir mit dem digitalen und interaktiven Gedenkbuch ändern.

Unsere Einladung richtet sich zum einen an die Familienangehörigen der Wuppertaler NS-Opfer. Helfen Sie, den Lebensgeschichten ihrer Angehörigen eine würdige Form zu geben. Zum anderen bitten wir die verschiedenen engagierten Einzelpersonen, Vereine, Kirchen und Verbände, LehrerInnen und DozentInnen, StudentInnen und SchülerInnen um Mithilfe bei Recherche und Formulierung der einzelnen Biographien. Glücklicherweise haben engagierte Bürger und Verbände den Kontakt zu den Wuppertaler NS-Opfern und ihren Familien in aller Welt gehalten. Es sind dabei über die Jahre vielfältige historische Materialien, Briefwechsel, Fotos und Filme entstanden.

Wir möchten dazu einladen, Ihr Wissen, Ihre Recherchen, Ihre Fotos und Erinnerungen an die Wuppertaler NS-Opfer mit uns und der Öffentlichkeit zu teilen. Das Gedenkbuch wird interaktiv sein, und wartet auf Ihre Biographien, Dokumente, Briefe und Fotos.

Kontakt: www.wuppertaler-widerstand.de – info@wuppertaler-widerstand.de

Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V., NS-Spurensuche in Wuppertal e.V., Center for International Studies in Social Policy and Social Services der Bergischen Universität Wuppertal, DGB Wuppertal, Else Lasker Schüler Gesellschaft, IG Metall Wuppertal, Landesverband deutscher Sinti und Roma NRW, Stolpersteine in Wuppertal e.V., VVN-BdA Wuppertal.

[W] Über 1000 Menschen auf der Demo heute

Wir waren heute ca. 1000 Leute, die auf der Kundgebung waren und dann noch unangemeldet durch die Stadt zogen und eine große Kreuzung blockierten.
Die Bullen, die sonst so gerne brutal eingreifen, waren unvorbereitet können nicht mal den Verkehr regeln…
Rufen wir jetzt schnell überall Versammlungen ein, um zu überlegen, was zu machen ist. Für entschlossene Antworten und wirkungsvollen Widerstand gegen den Atom-Staat!

solidarische Grüße

Anti-Atomgruppe Bergisch Land

Antiatomprotest am Montag in Wuppertal

Fast 25 Jahre nach dem GAU in Tschernobyl ist heute morgen in Japan wieder ein AKW explodiert. Wegen der Ereignisse in Japan und dem drohenden Super-GAU wollen wir am Montag, den 14.3. um 18:00 an der Alten Freiheit/ Mina Knallenfalls in Wuppertal-Elberfeld eine Kundgebung gegen die lebensbedrohende Atomtechnologie durchführen und unsere Betroffenheit und Solidarität mit den Menschen in Japan demonstrieren.

Auf die Strasse! Gegen Laufzeitverlängerung und Atomtransporte! Wir fordern die Abschaltung ALLER Atomanlagen!

Eine Megafon wird mitgebracht.

Bitte weitersagen

einige aus der Antiatom Gruppe Bergisch Land

25 Jahre Autonome 1.Mai- Demo in Wuppertal

Liebe GenossInnen und Genoss_innen aus aller Welt, liebe FreundInnen und Freund_innen des autonomen 1.Mai in Wuppertal

Vor genau 25 Jahren wurde die Tradition einer autonomen 1.Mai Demo in Wuppertal begründet, als wir uns – aus guten Gründen – von der DGB-Demonstration trennten und nach links in die Elberfelder Nordstadt zogen. 250 DemonstrantInnen zogen am Arbeitsamt und bei diversen Sklavenhändlern/ Leiharbeitsfirmen vorbei, um unsere Ablehnung gegenüber dem kapitalistischen Normalzustand Ausdruck zu verleihen. Endpunkt unserer ersten eigenständigen Demonstration war das besetzte Haus in der Hedwigstrasse, in dem wir 1986 unser Autonomes Zentrum eingerichtet hatten. Die Demo endete mit einem rauschenden selbstorganisierten Straßenfest vor der Hedwigstrasse. Auch diese 1. Mai -Straßenfeste sind 1986 zum ersten Mal organisiert worden und findet seit 25 Jahren mit oder ohne Giraffen auf dem Schusterplatz statt.
Das Jahr 1986 war ein besonders ereignisreiches Jahr – nicht nur- für Wuppertal. Kurz vor dem 1.Mai war das Atomkraftwerk in Tschernobyl explodiert und hatte ganz Europa mit radioaktivem Material verseucht und zahlreiche Menschen getötet. Die Menschen reagierten zunächst voller Angst , dann aber voller Wut und gezielter politischer Militanz. In Wuppertal wurde das Rathaus gestürmt, es gab in Wuppertal zahlreiche Brandanschläge gegen Nutznießer des Atomprogramms. Pfingsten und im Juni 1986 zog nochmal eine neue starke Anti-Atom-Bewegung nach Brokdorf und Wackersdorf und kämpfte gegen Bullenarmeen und gegen die mörderische Atom-Technologie. In Wackersdorf entstand im Schulterschluss mit der einheimischen Bevölkerung in der Oberpfalz eine massenmiltante Bewegung, die schliesslich die geplante Wiederaufbereitungsanlage verhinderte. Für die Demo in Brokdorf zogen Zehntausende sehr entschlossene und z.T. gut bewaffnete nocheinmal in die militante Auseinandersetzung, die aber in Kleve kurz vor Brokdorf mit einer schweren Niederlage der miltanten Anti-AKW-Bewegung endete.

So jung werden wir uns nie wieder sehen…

Es ist natürlich glasklar, das wir 2011 zu der Demo unsere alten MitstreiterInnen und GenossInnen besonders herzlich einladen. Ein „Ehrenplatz“ in der 1. Reihe ist euch sicher!

Wir laden aber auch die vielen Tausend Menschen ein, die mit uns am 29.1.2011 den Nazis in Wuppertal entschlossen Paroli geboten haben. Ihr wart wunderbar, eure Entschlossenheit, eure (kreativen) Wurfgeschosse, euer Witz und eure Solidarität waren großartig.

Herzlichst eingeladen ist natürlich zur Demo und zum Straßenfest die nordstädtische Bevölkerung, die uns und unsere Hausbesetzungen, Demos, Volxküchen, Kickbox- und Antifagruppen usw. so lange ertragen und z.T. getragen hat, mit denen wir immer mal wieder gegen Polizeigewalt und Nazis gekämpft haben.
Wir grüßen natürlich auch die Generationen von Punks und Skins, Skatern und Hippies, GewerkschafterInnen und Flüchtlingen, Anti-AKW-AktivistInnen und Ökos, AntimilitaristInnen, GenossInnen der PKK , Dev Sol und Devrimci Yol, FeministInnen und Schwul-lesbisch-queeren Aktivist_innen, von Kiffern, MusikerInnen und LebenskünstlerInnen, die die letzten Jahre mit uns gekämpft haben und Teil der sozialen Bewegungen und Auseinandersetzungen waren.

25 Jahre ist eine verdammt lange Zeit, voller gemeinsamer Erfahrungen, weniger Siege und vieler Niederlagen, Frust und depressiver Erlebnissen. Trotzdem gibt es viele Menschen, die
den Kopf nicht verlieren und den Geiern nicht das Land überlassen.

Das gute bleibt…

was sich über die Jahre gehalten hat, ist unsere Allergie gegenüber Parteien und hierachischen Organisationen, die jede Bewegung und Organisierung kontrollieren und steuern wollen, die emanzipatorische Politik mit einem Werbeauftritt verwechseln.

Auch bleibt es dabei, der herrschende Kapitalismus ist nicht nur eine abstrakte Struktur und Herrschaftsform, sondern trotz aller Komplexität auch eine Herrschaftformation mit konkreten Ausbeutern und Ausgebeuteten, mit Verantwortlichen und Verantwortung. Gerade die deutsche Geschichte mit Holocaust und Vernichtungskrieg lehrt uns, kein Mensch darf seine Verantwortung abgeben.
Fortsetzung folgt…




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