Archiv für April 2010

Polizei Big Band beim Ölberg-Fest

Heraus zur Autonomen 1. Mai-Demo in Wuppertal!

Recht auf Stadt!
Recht auf ein würdiges Leben für alle ! (B. Lamp)

Treffpunkt: 14 Uhr vor dem AZ auf der Gathe
Im Anschluss findet das Straßenfest auf dem Schusterplatz statt. Es spielt u.a. Ted & Grogs aus Berlin.

Liebe Freundinnen und Freunde des Autonomen 1.Mai in Wuppertal,

wir sind sehr froh, der Elberfelder Bevölkerung mitteilen zu dürfen, dass sich eine ganze Hundertschaft der Wuppertaler Bereitschaftspolizei dem Polizeidienst entzogen hat, auf der Flucht war und jetzt Asyl im Autonomen Zentrum gefunden hat. Wir sind überglücklich, dass unser langjähriges Exit-Programm „Für jeden Bullen ein Instrument“ erste Erfolge aufweisen kann. Voller Stolz stellen wir ihnen und euch heute eine Bigband vor, die ausschließlich aus entflohenen PolizistInnen besteht, die den Dienst quittiert haben. Wir verneigen uns vor diesen Menschen, die Nein sagen zu Polizeigewalt am autonomen 1. Mai und anderswo, die nicht länger DemonstrantInnen zusammenschlagen wollen und denen die rassistischen und sexistischen Übergriffe im Amt zuwider sind. Sie wollen nie wieder Betrunkene und andere DrogenuserInnen auf dem Polizeirevier quälen; ihre Parole ist heute: nie wieder Razzien in Flüchtlingsheimen und nie wieder Abschiebungen in Folter, Hunger und Tod.

Wir begrüßen besonders Joe Doll, der seinen Schlagstock mit der Harfe vertauscht hat.

Heute ist ein wunderschöner Tag, den wir gemeinsam mit diesen PolizistInnen auf der Bühne feiern wollen. Kommt auf die Bühne, küsst und umarmt die wackeren Ex-BeamtInnen.
Formieren wir uns zu einer Ölberg-Polonaise gegen Polizeigewalt und singen gemeinsam das neue Bergische Heimatlied. Wuppdika!

Spaß bei Seite…

Wir wollen eine Politik entwickeln, die – nicht nur – am 1. Mai die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen zum Thema macht. Leider haben sich die Nazis von Pro NRW für eine Kundgebung am Vormittag des 1.Mai in Solingen nahe der DGB-Demo angekündigt. Ein breites Bündnis ruft zu Blockaden auf. Da sind wir natürlich auch dabei!

Vormittags auf nach Solingen – ab 8 Uhr Pro NRW-Nazis blockieren!
Für einen kämpferischen 1. Mai im Bergischen Land!!
Infos im Netz unter solingenquer.wordpress.com

Polizeigewalt

Seit ungefähr vier Jahren wird unsere Demo regelmäßig von der Polizei angegriffen, werden Leute schikaniert und DemonstrantInnen misshandelt – und das unter dem Schutz fieser Gesetze und Videokameras. Wir lassen uns aber nicht kleinkriegen!
Das Recht auf freie Bewegung und körperliche Unversehrtheit, auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit gilt auch in dieser Stadt. Wir rufen daher die linken und demokratischen Kräfte und FreundInnen zu einer Demobeobachtung auf.
Das bedeutet Schutz für uns, weil die Staatsgewalt nicht so gerne auf IntendantInnen, ProfessorInnen, Stadtverordnete, BetriebsrätInnen, KindergärtnerInnen und SchauspielerInnen eindrischt wie auf jugendliche AktivistInnen. Es ist aber auch ein Stück lebendige politische Bildung zur Frage, mit welcher Brutalität und welchen Methoden die Polizei heute gegen missliebige Meinungen vorgeht.
Die unverschämten GewalttäterInnen in Uniform und ihre Vorgesetzten sollen jedoch wissen, dass wir kein Freiwild sind, das man widerspruchslos zusammenschlagen und kriminalisieren kann. Wir rufen jedenfalls dazu auf, im Falle einer polizeilichen Zerschlagung der 1. Mai-Demo am 3. Mai um 19 Uhr verschiedene Kundgebungen vor den Wohnungen bei den für die Polizeigewalt Verantwortlichen durchzuführen. Unrecht und Polizeigewalt haben bekanntlich Namen und Adressen (B.Lamp).

Unsere Versuche: Zahltag, Vierte Woche und freie Sperrmüllparties

Seit 2004 versuchen wir, die Selbsthilfe und die Selbstorganisierung der Erwerbslosen und Prekären voranzutreiben. Diese Politik ist nicht am Schreibtisch entstanden, sondern durch eigene Betroffenheit und Erfahrungen. Viele von uns sind selbst schon länger von prekären Arbeits- und
Lebensverhältnissen betroffen, werden zu Ein-Euro-Jobs gezwungen, müssen bei unsinnigen „Weiterbildungsmaßnahmen“ herumlungern und werden mit Sanktionen bedroht. Das Autonome Zentrum ist schon lange ein soziales Zentrum geworden, mit allen Problemen und Chancen.

Seit dem Sommer 2009 versuchen wir mit der Aktionsform „Zahltag“, unsere Präsenz in den ARGEn wieder zu verstärken. Selbsthilfe, gegenseitige Beratung und mob-ähnliche Ämterbesuche sind ein Lichtblick und eine Ermutigung für uns und viele andere Betroffene. Unsere Interventionen verändern zumindest zeitweise die Stimmung auf den Ämtern und steigern die Freundlichkeit und Auszahlfreudigkeit der ARGE-MitarbeiterInnen. Gemeinsam sind wir stark!

Auch haben wir uns wieder verstärkt der Stadtteilarbeit zugewandt. Anders als die StadtteilerneuererInnen und UnternehmerInnen der Nordstadt wollen wir uns bewusst mit der schlechten sozialen Lage der Menschen auseinandersetzen. Neben unserer Kampagne für einen freien Sperrmüll, die sich gegen die Zugriffe durch Ordnungsamt und Polizei richtet, organisieren wir einmal im Monat die Quarta Settimana – Vierte Woche-Aktion. Wir kochen und essen zusammen auf einem öffentlichen Platz. Hintergrund der Aktion ist, dass viele Menschen hier im Quartier in der letzten Woche des Monats kaum mehr Geld für gesundes und leckeres Essen haben und insbesondere Kinder von dieser Armut betroffen sind. Mit ein bisschen langem Atem haben wir einen sozialen und würdigen Treffpunkt für uns und für alle anderen StadtteilbewohnerInnen gegen die wachsende Vereinzelung geschaffen.

Nicht betteln und bitten, sondern mutig gestritten. Für ein Leben ohne Ausbeutung, ChefInnen und sonstige Herren!!

Wir grüßen die autonomen, (sozial-)revolutionären 1.Mai-Demos und Euromaydays in Dortmund, Nürnberg, Berlin, Hamburg, Oldenburg, Bremen und überall!

Straße frei für den 1.Mai!

Rückblick 2009

Bündnis gegen Polizeigewalt
Sunday – 03.05.2009

PM vom 03.05.2009
Bündnis gegen Polizeigewalt auf der 1. Mai – Demo in Wuppertal
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Pressemitteilung vom 03.05.2009
Das Bündnis gegen Polizeigewalt verurteilt den provokativen und unverhältnismäßigen Polizeieinsatz auf der autonomen 1. Mai – Demo in Wuppertal. Das Bündnis wirft der Polizei massive Verstöße gegen das Versammlungsrecht, Straftaten und Wortbruch vor und erklärt die zuvor vereinbarte Vermittlung für gescheitert. Das Bündnis und seine Beobachter resümieren und stellen Fragen.
Polizeiliches Vorgehen in Wuppertal zeichnet sich durch eine harte Linie aus. Letztes Jahr endete die 1.Mai-Demonstration mit einem massiven Polizeieinsatz und Massenfestnahmen von 199 Personen. Am 17. März 2009 gab es gegen das Autonome Zentrum unter dem Vorwand des Jugendschutzes eine Razzia mit über 200 eingesetzten Kräften aus Polizei, Ordnungsamt und Zoll. Es war daher für diese 1.Mai-Demonstration wieder mit
einem harten Vorgehen der Polizei zu rechnen.
Daher hatte sich ein Bündnis gegen Polizeigewalt aus über 10 sozialen und politischen Organisationen gegründet, mit dem Ziel, dass es dieses Jahr zu einem Demonstrationszug in Wuppertal kommen kann. Im Vorfeld der Demonstration gab es unter der Vermittlung
des Bürgermeisters Lorenz Bahr ein Gespräch zwischen dem Bündnis und der Polizeieinsatzführung, in welchem letztere einen zurückhaltenden und deeskalierenden Kurs sowie jederzeit die Möglichkeit zur direkten Kommunikation zwischen Polizeiführung und
Vermittlern zugesagt hatte.
Das Bündnis stellt im Rückblick fest:
 Die Demonstration war de facto ein Gefangenentransport in Form eines Wanderkessels.
Die Demonstration wurde von allen vier Seiten, teilweise in Dreierreihen,
von behelmten und zum Teil mit Schildern ausgestatteten Polizisten umschlossen.
Im Einsatz waren zudem Hunde ohne Maulkörbe. Die Demonstranten wurden von
Polizeiketten fortwährend bedrängt und immer wieder geschlagen. Der Abstand der ersten Polizeikette zur Demonstrationsspitze betrug in der Regel weniger als einen Meter. Die Seitenstraßen entlang der Demonstrationsroute wurden mit quergestellten Polizeiwagen abgesperrt.
 Vielfach wurden Personen von der Polizei gehindert, zur Demonstration zu gelangen oder diese zu verlassen.
 Die gesamte Demonstration wurde polizeilicherseits ständig von auf Autos stationierten und mobil getragenen Videokameras gefilmt.
 Es wurde beobachtet, dass vereinzelte Beamte Schlaghandschuhe trugen. Diese mit Sand gefüllten Handschuhe können schwerste Verletzungen verursachen und deren Einsatz mittlerweile verboten ist.
 Den Demonstranten wurde unbegründet der Zugang zur Innenstadt verwehrt, vielmehr hat die Polizeiführung den Demonstrationsweg durch das Setzen von Fakten und Absperren der entsprechenden Straßen die Demonstrationsroute alternativlos vorgegeben.
 Durch Polizeiketten waren die Transparente der Demonstrierenden für Anwohner und am Straßenrand stehenden Personen nicht sichtbar. Später wurden den Demonstranten alle Transparente entrissen. Hiermit die politische Aussage der Demonstration unkenntlich gemacht.
 Im Vorfeld wurde den Vermittlern jederzeit Kontakt zur Einsatzleitung zugesagt; nachdem das polizeiliche Verhalten zunehmend auf Eskalierung setze, wurde diese Absprache von Seiten der Polizeiführung gebrochen und ein direktes Gespräch mit den Vermittlern abgelehnt.
 Mehrfach wurden Personen und Journalisten mit Kameras am Rande der Demonstration von Polizeikräften bedroht. Einem jungen Mann, der die Demonstration und den Polizeieinsatz fotografieren wollte, wurde durch einen Beamten gegen die Schläfe geschlagen. Zwei Journalisten wurde mit Platzverweis gedroht, sollten sie weiterhin darauf bestehen, dass ihre Strafanzeige gegen einen Polizeibeamten wegen einer von ihnen dokumentierten Körperverletzung aufgenommen wird, da
sie damit “die polizeilichen Maßnahmen behindern” würden. Einer der beschuldigten Beamten bedrohte den Journalisten direkt. indem er ihm zurief: ”Dich kriegen wir noch.“
 Es wurden Beamte in Zivil eingesetzt, die als vermummte Autonome verkleidet waren.Neben schwarzen Kapuzenpullis trugen diese ebenfalls die o.g. Schlaghandschuhe.Die Beamten bestätigten gegenüber einer Beobachterin ihre Zugehörigkeit zur Polizei, in ihrem Zivilauto lagen Polizeiuniformen.
 Schließlich gab es auf Seiten der Demonstranten eine Reihe von Verletzten infolge der Polizeigewalt – u.a. ein angebrochenes Nasenbein; zwei weitere Personen mussten mit Verdacht auf Rippenbruch bzw. Schlüsselbeinbruch im Krankenhaus behandelt werden.
Aus Sicht des Bündnisses wird festgestellt: Der Polizeieinsatz war provokativ und unverhältnismäßig.
Es gab keinerlei nachvollziehbaren Grund für diesen eskalierten Einsatz.
Die Polizeiführung hat mit diesem Einsatz gravierend das Grundrecht auf Versammlungs und Demonstrationsfreiheit verletzt. Aus Sicht des Bündnisses war die gesamte Versammlung ein Gefangenentransport, aber keine Demonstration.
Es stellen sich für das Bündnis nun folgende Fragen:
1. Wer ist für diesen Polizeieinsatz verantwortlich?
2. Wer ist für den Einsatz der verkleideten und vermummten Zivilpolizisten verantwortlich,was war deren Einsatzziel und wieso dürfen diese im Dienst verbotene Waffen (Quarzhandschuhe) tragen?
3. Welche Konsequenzen werden aus der völlig verfehlten Einsatzstrategie und den polizeilichen Übergriffen gezogen?
Dieser Wuppertaler Polizeieinsatz hat eine neue Qualität der Grundrechtseinschränkung gegen Demonstrationen.
Letztes Jahr endete der Einsatz in Massenfestnahmen von 199 Personen. Dieses Jahr ist es der Besonnenheit der Demonstranten und auch der breiteren Öffentlichkeit zu danken,dass es nicht zu ähnlichen Exzessen kam. Dieses Jahr wurden “nur” 11 Personen festgenommen, obwohl beim Einsatz die Parole ausgegeben wurde “Wir brauchen mehr Festnahmen.“
Aus Sicht des Bündnisses ist es notwendig, in und außerhalb Wuppertals eine breitere öffentliche Diskussion über diesen Polizeieinsatz zu führen.
Abschließendmuss das Bündnis feststellen: es wäre vielmehr angezeigt gewesen, einen Teil der Polizisten tatsächlich zum Schutz von Demonstrations- und Versammlungsfreiheit einzusetzen, so zum Beispiel bei der Dortmunder DGB – Demo, um rechtsextreme Übergriffe zu verhindern und deren Versammlung zu schützen, anstatt in Wuppertal die Versammlungsfreiheit massiv einzuschränken.

Das Bündnis ist zu erreichen über: c/o Tacheles e.V., Rudolfstr. 125, 42285 Wuppertal, EMail:
info@tacheles-sozialhilfe.de

Heraus zur Autonomen 1.Mai Demo in Wuppertal!

Recht auf Stadt!
Recht auf ein würdiges Leben für alle ! (B. Lamp)

Treffpunkt 14.00 Uhr vor dem AZ auf der Gathe
Im Anschluss findet das Straßenfest auf dem Schusterplatz statt. Es spielt u.a. Ted &Grogs (Berlin)

Liebe Freundinnen des Autonomen 1.Mai in Wuppertal,

wir sind sehr froh, dass wir der Elberfelder Bevölkerung mitteilen dürfen, das sich eine ganze Hundertschaft der Wuppertaler Bereitschaftspolizei dem Polizeidienst entzogen hat, auf der Flucht war und jetzt Asyl im Autonomes Zentrum gefunden hat. Wir sind überglücklich, das unser langjähriges Exit-Programm für aussteigewillige Polizisten erste Erfolge aufweisen kann. Wir sind stolz, das unser Programm „Für jeden Bullen ein Instrument“ soviel Erfolg hat, das wir Ihnen heute eine Bigband vorstellen kann, die ausschließlich aus entflohenen Polizisten besteht, die den Dienst quittiert haben. Wir verneigen uns vor diesen Polizisten, die Nein sagen zu Polizeigewalt am autonomen 1.Mai, die nicht mehr DemonstrantInnen zusammenschlagen wollen, denen die rassistischen und sexistischen Übergriffe im Amt zu wider sind. Sie wollen nie wieder Drogenkranke und Betrunkene auf dem Polizeirevier quälen, ihre Parole ist heute: nie wieder Razzien in den Flüchtlingsheimen und nie wieder Durchführung von Abschiebung in Folter, Hunger und Tod.

Wir begrüßen besonders Joe Doll, der seinen Schlagstock mit der Harfe vertauscht hat.

Das ist ein wunderschöner Tag, den wir gemeinsam mit diesen Polizisten auf der Bühne feiern wollen. Kommt auf die Bühne, küsst und umarmt die wackeren Expolizisten, Feiern wir unsere mutigen Polizisten, singen wir gemeinsam das neue Bergische Heimatlied, sammeln wir viel Geld, dass die Ex-Polizisten diese fiese Uniform ablegen können. Formieren wir uns zu einer Ölbergerpolonaise gegen Polizeigewalt. Wuppdika.

Spass bei Seite…

Im 24. Jahr organisieren wir in Wuppertal eine autonome 1.Mai Demo und ein selbstorganisiertes Straßenfest auf dem Schusterplatz. Wir wollen eine Politik entwickeln, die – nicht nur – am 1. Mai die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen zum Thema macht. Die andere wichtige Tradition, auf die wir uns beziehen, ist der 1. Mai als internationaler Kamptag, an dem weltweit Menschen gegen Herrschaft und Ausbeutung auf die Straßen gehen.
Leider haben sich die PRO-NRW -Nazis für eine Kundgebung am Vormittag des 1.Mai in Solingen nahe der DGB-Demo angekündigt. Ein breites Bündnis ruft zu Blockaden auf. Da sind wir natürlich auch dabei!

Vormittags auf nach Solingen – Pro-NRW Nazis blockieren ab 8:00 Uhr!
Für einen kämpferischen 1. Mai im Bergischen Land!!
Infos unter: http://www.solingenquer.wordpress.com

Polizeigewalt

Seit ungefähr 4 Jahren greifen die Bullen regelmäßig unsere Demo an, schikanieren die Leute und misshandeln die DemonstrantInnen unter dem Schutz ihrer fiesen Gesetze und Videokameras. Sie galoppieren mit ihren Pferden dumm rum, lassen ihre Polizeiköter auf Wehrlose los und sind absolut widerwärtig .
Wir lassen uns aber nicht kleinkriegen!
Das Recht auf freie Bewegung und körperliche Unversehrtheit, auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit gilt auch in dieser Stadt. Wir rufen daher die linken und demokratischen Kräfte und FreundInnen zu einer Demobeobachtung auf.
Das bedeutet nicht nur Schutz für uns, weil die Staatsgewalt nicht so gerne auf IntendantInnen, ProfessorInnen, Stadtverordnete, Betriebsräte, KindergärtnerInnen und SchauspielerInnen eindrischt wie auf jugendliche AktivistInnen, sondern es ist auch ein Stück lebendige politische Bildung zur Frage, mit welcher Brutalität die Polizei heute gegen missliebige AktivistInnen vorgeht.
Die unverschämten GewalttäterInnen in Uniform und ihre Vorgesetzten sollen wissen, wir sind kein Freiwild, dass man widerspruchslos zusammenschlagen und kriminalisieren kann. Wir rufen jedenfalls dazu auf, im Falle einer polizeilichen Zerschlagung der 1.Mai Demo, am 3.Mai um 19:00 Uhr verschiedene Kundgebungen vor den Wohnungen bei den für die Polizeigewalt Verantwortlichen durchzuführen. Das Unrecht und die Polizeigewalt haben bekanntlich Name und Adressen (B.Lamp).

Unsere Versuche: Zahltag, Vierte Woche und freie Sperrmüllparties

Der autonome 1.Mai war und ist auch heute noch immer Spiegel unserer Kämpfe und Kampagnen. Gegen das Gerede von „wir sind doch alle Beteiligte im Kapitalismus“ fordern wir die Diskussion um unseren eigenen sozialen Standort in dieser Gesellschaft ein. Eine Repolitisierung der sozialen Frage ist auf dem Papier nicht zu haben, das lockere „Arbeit ist scheiße“ muß sich erst auf den Amtsstuben der neuen Kontrollbehörden bewähren und die radikale Arroganz gegenüber über „Normalbürgern“, die um ihren Arbeitsplatz bangen, wird sich dann relativieren, wenn die gutbezahlten Jobs und Erbschaften nicht für alle PolitaktivistInnen reichen. Seit 2004 versuchen wir die Selbsthilfe und die Selbstorganisierung der Erwerbslosen und Prekären voranzutreiben. Diese Politik ist nicht am Schreibtisch entstanden, sondern durch eigene Betroffenheit und durch eigene Erfahrungen. Viele von uns sind schon lange selbst von prekären Arbeits- und Lebensverhältnisse betroffen, viele von uns werden zu Ein Euro Jobs gezwungen, müssen bei unsinnigen „Weiterbildungsmaßnahmen“ rumlungern und werden mit Sanktionen bedroht. Auch unser Autonomes Zentrum ist schon lange ein soziales Zentrum geworden, mit allen Problemen und Chancen.
Als wir am 3. Januar 2005 in vielen Städten die Arbeitsämter belagerten und zu besetzen versuchten, war es vollkommen unklar, ob sich nach den Montagsdemonstrationen und den Massendemonstrationen des Jahres 2004 auch nach der Einführung von Hartz IV ein Protestnetzwerk entwickelt, das sich gegen die Zumutungen von Hartz IV wirksam wehren kann.
Seit dem Sommer 2009 versuchen wir mit der Aktionsform Zahltag unsere Präsenz in den Argen wieder zu verstärken, Selbsthilfe, gegenseitige Beratung, Mob ähnliche Ämterbesuche sind ein Lichtblick und eine Ermutigung für uns und viele andere Betroffene. Unser Interventionen verändern zumindest zeitweise die Stimmung auf den Ämtern und Steigern die Freundlichkeit und Auszahlfreudigkeit der ARGE-MitarbeiterInnen. Der alte Hit „Allein machen sie dich ein“ wird einmal mehr Wirklichkeit, „wenn wir uns organisieren.“

Seit 2009 haben wir uns wieder verstärkt der Stadtteilarbeit zugewandt. Anders als die Stadtteilerneuerer und UnternehmerInnen der Nordstadt wollen wir uns bewusst mit der schlechten sozialen Lage der Menschen auseinandersetzen. Neben unserer Kampagne für einen freien Sperrmüll, die sich gegen die Zugriffe des Ordnungsamtes richtet, organisieren wir einmal im Monat die sog Quarta Settimana – Vierte Woche-Aktion. Einmal im Monat kochen und essen wir zusammen auf einem öffentlichen Platz. Hintergrund der Aktion ist, das viele Menschen hier im Quartier in der letzten Woche des Monats kaum mehr Geld für gesundes und leckeres Essen haben und das diese Armut besonders Kinder trifft. Mit ein bisschen langem Atem haben wir einen sozialen und würdigen Treffpunkt für uns und für alle anderen StadtteilbewohnerInnen gegen die wachsende Vereinzelung geschaffen.

Nicht betteln und bitten, sondern mutig gestritten. Für ein Leben ohne Ausbeutung, ChefInnen und sonstige Herren!!

Wir grüßen die autonomen, (sozial) revolutionären 1.Mai Demos und Euromaydays in Dortmund, Nürnberg, Berlin, Hamburg, Oldenburg, Bremen und überall!

Straße frei für den 1.Mai!

Heraus zum autonomen 1. Mai 2009 in Wuppertal
Monday – 06.04.2009

Aufgrund der Ereignisse im AZ am frühen Morgen des 14. März 2009, an dem mit 200 Beamten von Polizei, Ordnungsamt und Zoll das AZ gestürmt wurde, wird die Autonome 1. Mai Demonstration dieses Jahr nicht wie üblich am Platz der Republik starten, sondern vorm Autonomen Zentrum.

Vor nunmehr 23 Jahren -anno 1986- ist die autonome 1. Mai Demonstration aus der DGB Demo links abgebogen. Inhaltliche Differenzen und die Einsicht, dass mit deutschen Gewerkschaftsverbänden keine radikale Politik und Gesellschaftskritik machbar ist, haben den autonomen Teil der Demonstration zur Gründung ihrer eigenen unangemeldeten und selbstbestimmten Demo bewogen. Diese findet seitdem jedes Jahr statt und ist bundesweit eine der letzten regelmäßig unangemeldet stattfindenden 1. Mai Demonstrationen.
Oft werden wir gefragt:» Warum meldet ihr die Demo nicht an, dann hättet ihr den Stress nicht?!« oder: »was soll das jährliche Spektakel noch, bringt doch eh nichts außer Ärger?!« Mit diesem Demoaufruf und Diskussionsbeitrag wollen wir versuchen, unter anderem hierauf Antworten zu geben. Eine Anmeldung hindert die Polizei, sowie die ihnen übergeordneten politisch Verantwortlichen nie daran, eine Demonstration anzugreifen, aufzulösen, einzukesseln oder in jeglicher sonstiger Art und Weise ihren Ausdruck einzuschränken. Die Proteste in und um Heiligendamm sind hierfür ein bekanntes Beispiel unter vielen. Eine Anmeldung und die damit verbundenen ellenlangen Demo-Auflagen dienen vielmehr der Kontrolle des Protestes durch die Staatsmacht. Dichte Polizeispaliere und eine vollständige Videographierung der Demonstrationen machen eine Vermittlung von Inhalten sowie kreativen Protest beschwerlich bis unmöglich.
Den in militärischer Logik geführten und logistisch groß geplanten Angriffen auf unseren Widerstand, wie z.B. der Angriff auf die letztjährige 1. Mai Demo in Wuppertal mit über 200 Festnahmen und mehreren Verletzten und dem Überfall aufs AZ unter dem Vorwand des Jugendschutzes, wollen und können wir nicht mit derselben militärischen Logik begegnen. Mit dem massiven Einsatz von Repressionsmitteln jeglicher Art auf angemeldete oder unangemeldete Demos setzt die Staatsmacht auf Abschreckung, Entmutigung und Isolierung linker autonomer Proteste. Das gelingt ihnen leider auch immer wieder, denn die Teilnahme an einer Demo wird somit zunehmend unattraktiver und riskanter.
Um dem etwas entgegen zu setzten und um zu zeigen, dass wir uns gemeinsam davon nicht kleinkriegen lassen, rufen wir dazu auf, wieder mit vielen Menschen aus unterschiedlichen linken Bündnissen und Initiativen, alt und jung, bunt und schwarz am 1. Mai, dem traditionellen Kampftag aller Unterdrückten, auf die Straße zu gehen! Denn die Straße ist ein umkämpftes Terrain, lasst uns darum kämpfen! Gesellschaftliche Konflikte werden ebenso wenig wie früher in Interessenverbänden, Ausschüssen oder anderen Kungelrunden gewonnen werden können, sondern auf der Straße, laut, bunt, einfallsreich, solidarisch, gemeinsam.

»Wir wollen uns frei und selbstbestimmt bewegen, wo und wann wir das für richtig halten.«

»Wir wollen unsere Wut über die widerwärtigen Verhältnisse auf die Strasse tragen.«

»Wir wollen Erfahrungen sammeln und üben, was es heißt, ein völlig anderes Leben jenseits des täglichen Konkurrenz-Kleinkrieges zu führen. Dies bedeutet, in all unseren Kämpfen ein Stück Utopie vorweg zu nehmen.«

»Wir wollen im Vorfeld, auf und nach der Demo Visionen von anderem, solidarischem Leben entwickeln und durchsetzen, soziale Kämpfe anpacken und lostreten.«

RECLAIM THE STREETS!

Lasst uns hüpfen, rennen, kämpfen…
…auf der Straße gegen Privatisierung und Sozialkahlschläge. Jeglicher Privatisierungsprozess ist immer ein Prozess der Abschaffung öffentlicher Kontrolle. Aber auch staatliche Kontrolle enthält immer Momente von Ausschluss, da eine wirkliche Mitbestimmung nicht existiert. Im Zuge der Debatte um Verstaatlichung oder Einkauf des Staates in Unternehmen wie die Hypo Real Estate wird sich daran nichts ändern, da die Parteien und Staatsbeamten lediglich im Rahmen der kapitalistischen Sachzwänge bereit sind zu handeln.
Es geht um die Garantie der gesellschaftlichen Infrastruktur und soziale Sicherheit für ALLE, statt Garantien für Banken und Groß-Unternehmen. Es geht um Basisdemokratie und Vergesellschaftung der Produktionsmittel anstatt Verstaatlichung. Milliarden werden in die Aufrechterhaltung des Kapitalismus und den mit ihm verbundenen Unterdrückungsapparat gesteckt, um uns auf der anderen Seite allen Ernstes zu erzählen, es sei kein Geld da für bestehende soziale Errungenschaften wie z.B. Arbeitslosengeld, Sozialhilfe aber auch Jugendzentren, Schwimmbäder und Kultureinrichtungen. Alles wird nach dem kapitalistischen Prinzip berechnet und bewertet. Da Investitionen in soziale und kulturelle Einrichtungen aber keinen Profit einstreichen, werden sie einfach gegen Null gekürzt.

Wir können nicht darauf hoffen, dass wir durch Bitten ein paar mehr Cent zugeworfen kriegen. Wir fragen nicht nach mehr Geld sondern stellen das System in Frage.

Wir stellen den Anspruch auf Selbstorganisation und Selbstermächtigung statt Repräsentanz durch irgendwelche Organisationen.

LEBENSQUALITÄT STATT LEBENSSTANDARD – SICHERUNG! // MUSSE STATT ARBEITSZWANG UND LEISTUNGSDRUCK! // SELBSTBESTIMMTE BESCHÄFTIGUNG STATT LOHNARBEIT!

Lasst uns aufstehen, tanzen, diskutieren…
…auf der Straße gegen die weiteren Einführungen, den Ausbau und die zunehmende gesellschaftliche Akzeptanz von Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen, wie z. B. das neue BKA-Gesetz, in dem u.a. die Trennung von Polizei und Geheimdiensten (eine Konsequenz, die aus den Erfahrungen der Nazizeit gezogen wurde) de facto abgeschafft wird.
Videoüberwachung von öffentlichen Plätzen, Einsatz von privaten Sicherheitsdiensten in Konsumtempeln und Vorratsdatenspeicherung gaukeln den ›Normalbürger_innen‹ Sicherheit vor. Hier geht es nicht um eine tatsächliche Sicherheitslage, sondern um ein diffuses Bedrohungsgefühl in der Gesellschaft, u.a. geschürt durch permanent gehypte Horrormeldungen. Diese Faktoren führen nahezu zwangsläufig zu Gesetzesverschärfungen. Forderungen nach, und Neubauten von neuen Knästen, da die alten zu voll sind, entspringen dem gleichen repressiven Gedankengut. Massive Kontrollen durch Polizei und Ordnungsamt von Obdachlosen, Punks, Sperrmüllsammler_innen, Drogenuser_innen, laute und lustige Kneipenbesucher_innen usw. sind zum Alltag geworden und nehmen uns jeglichen Raum auf Anderssein entgegen dem akzeptierten Mainstream und der gesellschaftlichen Normisierung. Ekelhafte und erniedrigende Sonderbehandlungen von Migrant_innen und Flüchtlingen sind gesetzlich festgeschrieben wie z.B. durch das Asylgesetz, die Residenzpflicht und Arbeitsnachweise.
Unsere Forderungen zielen nicht auf ein besseres Konzept sozialer Kontrollen und Einschränkungen, sondern auf ein anderes umfassenderes System der Konfliktlösung.

FREIRÄUME STATT REPRESSION!

Lasst uns kreiseln, schreien, lospreschen…
…auf der Straße gegen Bundeswehreinsätze im Inneren, aber eigentlich für die Abschaffung der Bundeswehr an sich. Die zunehmende Militarisierung der Gesellschaft und die Normalisierung der militärischen Präsenz machen uns Angst. Soldat zu sein ist kein normaler Beruf, wie es Jugendlichen mit nur geringer Chance auf einen Ausbildungsplatz vorgegaukelt wird. Ein Soldat wird ausgebildet zum Töten. Panzer und Soldaten haben auf Straßenfesten und Plätzen, Werbeoffiziere haben in Schulen bei Berufsfindungsveranstaltungen nichts zu suchen. Mit Krieg werden zunehmend Arbeitsplätze geschaffen und hängen durch die Auslagerung militärischer Logistik an zivile Unternehmen zunehmend vom Krieg ab. Wenn die DHL dieses Jahr den Zuschlag für die Lagerung und den Transport aller Bundeswehrlogistik erhält, wird die sich ausdehnende Zivilmilitärische Zusammenarbeit eine neue Dimension erreichen. Mit Krieg sollen Zugänge zu Ressourcen gesichert und Profite gesteigert werden. Andererseits werden mit Krieg Lebensgrundlagen zerstört.

DHL OLIVGRÜN OUTEN!
BUNDESWEHR WEGTRETEN!

IF I CAN’T DANCE, I DON’T WANT TO BE PART OF YOUR REVOLUTION!

NICHT NUR EIN LACHEN WIRD ES SEIN, WAS EUCH BEERDIGT!

AUTONOMES ZENTRUM
GATHE // WUPPERTAL // 14:00 UHR

ANSCHLIESSEND:
STRASSENFEST AUF DEM SCHUSTERPLATZ

Weitere Infos unter: http://www.erstermaiw.blogsport.de

ffener Brief: Für einen ungestörten Verlauf der »Autonomen 1. Mai Demonstration 2009«

Wuppertal, 28.04.2009

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Jung,
sehr geehrter Herr Leitender Polizeidirektor Schulz,

mit großer Sorge haben wir die Großrazzia am 14.03.09 von Ordnungsamt und Polizei gegen das Autonome Zentrum verfolgt – eine unseres Erachtens von polizeistaatlichem Denken geprägte Einschüchterungs- und Kriminalisierungsaktion gegen eine Gruppierung, die für ihre kritischen antikapitalistischen Positionen bekannt ist. Sollte dies ein Signal dafür sein, dass wiederum geplant ist, mit ähnlichen Polizeimaßnahmen gegen die diesjährige »Autonome 1.Mai Demonstration« vorzugehen wie bereits in den letzten beiden Jahren?

Im letzten Jahr standen die WC-Kabinen schon bereit für die geplante und stabsmäßig durchgeführte Einkesselung des größten Teils der Demonstration kurz nach ihrem Start.

Es sollte in Wuppertal möglich sein, dass auch Familien mit Kindern und Enkeln an der »Autonomen 1. Mai Demonstration« teilnehmen können, ohne Pfefferspray- und Schlagstockeinsätze oder Einkesselungen und Inhaftierungen durch die Polizei befürchten zu müssen – und unabhängig davon, ob angemeldet oder nicht. Denn bei dieser seit über 20 Jahren am 1. Mai stattfindenden Demonstration erscheint uns deren Anmeldung als eine unnötige bürokratische Farce.

Meinungs- und Demonstrationsfreiheit sind entscheidende demokratische Grundrechte. Es muss möglich und eigentlich selbstverständlich sein, dass auf der Straße Parolen getragen und gerufen werden können, die sich z.B. gegen Sozialabbau, gegen staatlichen Rassismus, gegen Polizeigewalt, gegen die Bundeswehr, gegen das Patriarchat und für ein selbstbestimmtes Leben aussprechen – auch wenn manchen diese Positionen nicht zusagen.
Wir erwarten von Ihnen, sich dafür einzusetzen, dass die diesjährige »Autonome 1.Mai Demonstration« und das anschließende Fest ungestört verlaufen können und dass die Grundrechte auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit auch an diesem Tag ungehindert praktiziert werden können.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Stiftung W.

Heraus zur Autonomen 1.Mai Demo in Wuppertal!

Infos +++ 1. Mai +++ Infos +++ 1. Mai

Die Orte der Kundgebungen am 1. Mai sind fix:

Die RassistInnen von Pro NRW hetzen auf der Hauptstr. / Ecke Kasinostr. vor dem Kaufhof.

Die Gegenkundgebung von ‘Bunt statt Braun ‘ findet ca. 200m die Hauptstr. runter auf der Höhe des Steines / Ecke Breidbacher Tor statt.

Alle, die sich gemäß des Mottos ‘Umzingeln, Blockieren, Verhindern!’ den Nazis in den Weg stellen, treffen sich um 09.00 Uhr am Kundgebungsplatz von ‘Bunt statt Braun’ in der Hauptstrasse am Stein.

Zusammen die rassistische Hetze von Pro NRW verhindern!

Recht auf Stadt!
Recht auf ein würdiges Leben für alle !(B. Lamp)

Treffpunkt 14.00 Uhr vor dem AZ auf der Gathe
Im Anschluss findet das Straßenfest auf dem Schusterplatz statt. Es spielt u.a. Ted &Grogs (Berlin)

Liebe Freundinnen des Autonomen 1.Mai in Wuppertal,

Im 24. Jahr organisieren wir in Wuppertal eine autonome 1.Mai Demo und ein selbstorganisiertes Straßenfest auf dem Schusterplatz. Wir wollen eine Politik entwickeln, die – nicht nur – am 1. Mai die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen zum Thema macht. Die andere wichtige Tradition, auf die wir uns beziehen, ist der 1. Mai als internationaler Kamptag, an dem weltweit Menschen gegen Herrschaft und Ausbeutung auf die Straßen gehen.
Leider haben sich die PRO-NRW -Nazis für eine Kundgebung am Vormittag des 1.Mai in Solingen nahe der DGB-Demo angekündigt. Ein breites Bündnis ruft zu Blockaden auf. Da sind wir natürlich auch dabei!

Vormittags auf nach Solingen – Pro-NRW Nazis blockieren ab 8:00 Uhr!
Für einen kämpferischen 1. Mai im Bergischen Land!!
Infos unter: http://www.solingenquer.wordpress.com

Polizeigewalt

Seit ungefähr 4 Jahren greifen die Bullen regelmäßig unsere Demo an, schikanieren die Leute und misshandeln die DemonstrantInnen unter dem Schutz ihrer fiesen Gesetze und Videokameras. Sie galoppieren mit ihren Pferden dumm rum, lassen ihre Polizeiköter auf Wehrlose los und sind absolut widerwärtig .
Wir lassen uns aber nicht kleinkriegen!
Das Recht auf freie Bewegung und körperliche Unversehrtheit, auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit gilt auch in dieser Stadt. Wir rufen daher die linken und demokratischen Kräfte und FreundInnen zu einer Demobeobachtung auf.
Das bedeutet nicht nur Schutz für uns, weil die Staatsgewalt nicht so gerne auf IntendantInnen, ProfessorInnen, Stadtverordnete, Betriebsräte, KindergärtnerInnen und SchauspielerInnen eindrischt wie auf jugendliche AktivistInnen, sondern es ist auch ein Stück lebendige politische Bildung zur Frage, mit welcher Brutalität die Polizei heute gegen missliebige AktivistInnen vorgeht.
Die unverschämten GewalttäterInnen in Uniform und ihre Vorgesetzten sollen wissen, wir sind kein Freiwild, dass man widerspruchslos zusammenschlagen und kriminalisieren kann, wir wissen genau, wo die Schläger vom letzten 1.Mai und der Einsatzleiter Sport treibt, in welche Kneipe er geht, bei manchen wissen wir sogar, wo sie wohnen. Auch bei StudiVZ und Facebook sollten die schlechtbezahlten SchlägerInnen ein bisschen vorsichtiger sein, wenn sie mit ihren dienstlichen Misshandlungen prahlen und ihre Fotos der Weltöffentlichkeit präsentieren.
Wir rufen jedenfalls dazu auf, im Falle einer polizeilichen Zerschlagung der 1.Mai Demo, am 3.Mai um 19:00 Uhr verschiedene Kundgebungen vor den Wohnungen bei den für die Polizeigewalt Verantwortlichen durchzuführen. Das Unrecht und die Polizeigewalt haben bekanntlich Name und Adressen (B.Lamp).

Unsere Versuche: Zahltag, Vierte Woche und freie Sperrmüllparties

Der autonome 1.Mai war und ist auch heute noch immer Spiegel unserer Kämpfe und Kampagnen. Gegen das Gerede von „wir sind doch alle Beteiligte im Kapitalismus“ fordern wir die Diskussion um unseren eigenen sozialen Standort in dieser Gesellschaft ein. Eine Repolitisierung der sozialen Frage ist auf dem Papier nicht zu haben, das lockere „Arbeit ist scheiße“ muß sich erst auf den Amtsstuben der neuen Kontrollbehörden bewähren und die radikale Arroganz gegenüber über „Normalbürgern“, die um ihren Arbeitsplatz bangen, wird sich dann relativieren, wenn die gutbezahlten Jobs und Erbschaften nicht für alle PolitaktivistInnen reichen. Seit 2004 versuchen wir die Selbsthilfe und die Selbstorganisierung der Erwerbslosen und Prekären voranzutreiben. Diese Politik ist nicht am Schreibtisch entstanden, sondern durch eigene Betroffenheit und durch eigene Erfahrungen. Viele von uns sind schon lange selbst von prekären Arbeits- und Lebensverhältnisse betroffen, viele von uns werden zu Ein Euro Jobs gezwungen, müssen bei unsinnigen „Weiterbildungsmaßnahmen“ rumlungern und werden mit Sanktionen bedroht. Auch unser Autonomes Zentrum ist schon lange ein soziales Zentrum geworden, mit allen Problemen und Chancen.
Als wir am 3. Januar 2005 in vielen Städten die Arbeitsämter belagerten und zu besetzen versuchten, war es vollkommen unklar, ob sich nach den Montagsdemonstrationen und den Massendemonstrationen des Jahres 2004 auch nach der Einführung von Hartz IV ein Protestnetzwerk entwickelt, das sich gegen die Zumutungen von Hartz IV wirksam wehren kann.
Seit dem Sommer 2009 versuchen wir mit der Aktionsform Zahltag unsere Präsenz in den Argen wieder zu verstärken, Selbsthilfe, gegenseitige Beratung, Mob ähnliche Ämterbesuche sind ein Lichtblick und eine Ermutigung für uns und viele andere Betroffene. Unser Interventionen verändern zumindest zeitweise die Stimmung auf den Ämtern und Steigern die Freundlichkeit und Auszahlfreudigkeit der ARGE-MitarbeiterInnen. Der alte Hit „Allein machen sie dich ein“ wird einmal mehr Wirklichkeit, „wenn wir uns organisieren.“

Seit 2009 haben wir uns wieder verstärkt der Stadtteilarbeit zugewandt. Anders als die Stadtteilerneuerer und UnternehmerInnen der Nordstadt wollen wir uns bewusst mit der schlechten sozialen Lage der Menschen auseinandersetzen. Neben unserer Kampagne für einen freien Sperrmüll, die sich gegen die Zugriffe des Ordnungsamtes richtet, organisieren wir einmal im Monat die sog Quarta Settimana – Vierte Woche-Aktion. Einmal im Monat kochen und essen wir zusammen auf einem öffentlichen Platz. Hintergrund der Aktion ist, das viele Menschen hier im Quartier in der letzten Woche des Monats kaum mehr Geld für gesundes und leckeres Essen haben und das diese Armut besonders Kinder trifft. Mit ein bisschen langem Atem haben wir einen sozialen und würdigen Treffpunkt für uns und für alle anderen StadtteilbewohnerInnen gegen die wachsende Vereinzelung geschaffen. Besonders die Kinder der Nordstadt nehmen das Angebot an.

Nicht über die Wupper gehen

Wir haben uns in den letzten Wochen mit den Studierenden, mit den Beschäftigten der Wuppertaler Bühnen, mit ErwerlslosenaktivistInnen, Bademeistern und SchwimmerInnen, mit SozialarbeiterInnen und Kulturschaffenden gegen das Sparpaket verbündet. Nach den eindrucksvollen und gemeinsamen Protesten gegen das Sparpaket am 29./30.1. im Schauspielhaus und der Demo zur Stadtratssitzung müssen wir jetzt gemeinsam einen Schritt weitergehen.
Gegen die Duckmäuserei, gegen die Angst und gegen das Sprechverbot für städtische Angestellte setzen wir auf eine offene und unzensierte Debatte. Wir lassen uns nicht vorschreiben, was wir diskutieren und kritisieren. In Zeiten leerer Kassen müssen wir auch über schon abgesegnete Projekte wie den Döppersberg sprechen. Die 35 Millionen städtische Eigenbeteiligung für den Döppersberg werden den Schwimmbädern, den sozialen Einrichtungen und den Wupertaler Bühnen fehlen.
Die Verschuldungspolitik ist kein Zufall, sondern gezielte Politik diverser Koalitionen, genauso wie die anstehenden „Reformen“ wie die Steuersenkungen zu Lasten der Kommunen, die geplante Zerschlagung der Krankenversicherung durch die sog. Kopfpauschale wie die Hartz IV Gesetzgebung und die kostenträchtige Beteiligung der Bundeswehr an allen möglichen Kriegen. Sie allen fallen nicht aus dem (Berliner und Düsseldorfer) Himmel, sondern das sind politische bewusste Entscheidungen und folgen oft eindeutigen wirtschaftlichen und politischen Interessen.
Wir wollen uns austauschen, uns zuhören, was es für Ängste und Probleme gibt, welche Auswirkungen und Probleme das sogenannte Sparpakt bringen wird, gemeinsam Ideen spinnen und sie konkretisieren. Unsere Aufgabe sehen wir nicht darin, Einsparvorschläge zu machen und das Elend zu verwalten. Wir möchten die grundlegende Frage stellen, was und wie viel wir für ein gutes Leben brauchen. und wir wollen Pläne schmieden, was wir diesem ‚Spardiktat‘ als Menschen in Wuppertal entgegensetzen können.
Wir müssen daher wieder sichtbar werden mit unseren Wünschen und Vorstellungen von einem ganz anderen Leben! Starten wir eine offen Zukunftswerkstatt für Wuppertal! Lasst uns gemeinsam für eine soziale und kulturelle Infrastruktur kämpfen, die nicht abhängig von der Großzügigkeit und Kulturbeflissenheit von reichen Gönnern ist. Kostenloses Schulmittagessen, öffentlich finanzierte Theater, Freie Kultur und Museen, ein kostenloser öffentlicher Nahverkehr, kostenlose Kita-Plätze bis zum gebührenfreien Studium sind keine Luxusforderungen, sondern der Anspruch auf gesellschaftliche Teilhabe. Schlagen wir die Angriffe der FDP-CDU-Regierung zurück, die Reste der paritätisch finanzierten Gesundheitsversorgung durch die Kopfpauschale zu zerschlagen. Freuen wir uns auf den Wahlkampfauftritt von Westerwelle und Roessler! Verjagen wir die Hartz IV-Schnüffler und kämpfen wir für ein bedingungsloses Grundeinkommen!

Zukunftswerkstadt Wuppertal

„Uns gehört die Stadt“, diese alte Parole aller sozialen Kämpfe gilt es wieder zu beleben. Gegenwehr und Aufbau neuer solidarischer Strukturen gehören zusammen.
Wir halten es mit B.Lamp, dem Basismilitanten aus Elberfeld „Wir bitten niemandem um etwas, vielmehr erschaffen wir hier und jetzt unsere kreative Aufsässigkeit, indem wir so weit wie möglich die Momente und Räume ausweiten, in denen wir sagen: Nein, wir beugen uns nicht den Anforderungen des Kapitals, wir werden etwas anderes machen, wir werden die Selbsthilfe fördern, die Kooperation, die Erschaffung gegen das Kapital. Wir müssen wieder über die Zukunft reden und über unsere Utopien. Es gibt das weit verbreitete Missverständnis, Leben sei Arbeit. Das ist das Missverständnis von Leuten, die jede Hoffnung auf ein besseres Leben verloren haben. Leben ist Tätigkeit. Menschliches Leben könnte freie und bewusste Tätigkeit sein. Arbeit ist Zwang, nicht eigentliches Bedürfnis. Arbeit bedeutet ursprünglich in allen westeuropäischen Sprachen: „Not, Elend, Plage. Last.“ Arbeit erscheint als gesellschaftliche Notwendigkeit und heuchelt jedem Glück, Freiheit und Wohlstand. Doch wer sich mit diesem Zustand abfindet, dies akzeptiert oder sogar dafür wirbt, setzt sich für die Verewigung eines Systems ein, in dem der Mensch ein unterdrücktes und beherrschtes Dasein fristet.
Es ist nicht leicht, es ist nicht offensichtlich, aber dies ist die Richtung, in die wir uns bewegen müssen, die wir erkunden müssen. Mit Wut, aber mit einer Wut, die andere Perspektiven eröffnet, die andere Dinge erschafft, eine Wut der Würde.
Auf diese Wut setzen wir. Selbstorganisierung und Selbstermächtigung sind auf lange Sicht die einzige Perspektive den Zumutungen zu entfliehen und was Neues aufzubauen!“

Kommt (zurück) zu den Autonomen

Es ist klar, daß wir für diese Widerstandsarbeit wieder viel mehr Menschen werden müssen. Mischt euch wieder ein und bringt eure Erfahrungen aus euren Arbeitsfeldern produktiv ein.
Wir haben eine Zukunft zu gewinnen. Gegen Ohnmacht hilft nur Gegenmacht. Gegenmacht ist möglich und kann sogar erfolgreich sein. Das zeigt uns z.B. der langjährige Widerstandsgeist im Wendland. Auch säßen wir nicht im AZ, wenn nicht GenossInnen beherzt und mutig auf allen Ebenen gekämpft hätten, weder Flugblätter, Bündnisarbeit noch den Brandanschlag auf Daimler Benz gescheut hätten.
Unser Traum von einem funktionierenden Netz autonomer Gruppen in Städten und Regionen ist noch nicht ausgeträumt. Wir brauchen wieder Gruppen, die als militante Tendenz in den Bewegungsresten von sich aus aktionsfähig sind, die mit den vielfältigen und wunderbaren Methoden der Subversivität Widersprüche forcieren und praktisch intervenieren können, „die das Handlungsarsenal der legalen Linken um die Möglichkeiten der Sabotage, der Bestrafung, der Gegenwehr, und der Eroberung von Lebensmöglichkeiten erweitern. Es geht uns nach wie vor um die Zersetzung des Fundamentes von Herrschaft, der Ohnmacht.“ (B.Lamp)
Der Traum von Gegenstrukturen, die positive und erlebbare Beispiele für eine neue Gesellschaft ohne Ausbeutung, Chefs und sonstige Herren sein könnten, ist weiterhin in unseren Köpfen, auch wenn vieles gescheitert ist und uns manch mal ganz schön deprimiert…
Aber es gibt trotzalledem immer wieder Ansätze, sich selbstverwaltet, kollektiv und ohne staatliche Einmischung in allen Lebensbereichen zu organisieren.

Lassen wir uns nicht entmutigen.
Nicht betteln und bitten, sondern mutig gestritten. Für ein Leben ohne Ausbeutung, Chefs und sonstige Herren!!

Wir grüßen die autonomen, (sozial) revolutionären 1.Mai Demos und Euromaydays in Dortmund, Nürnberg, Berlin, Hamburg, Oldenburg, Bremen und überall!

Straße frei für den 1.Mai!




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