1. Protestschwimmen

Protest beim 24-Stunden-Schwimmen

Beim 24-Stunden-Schwimmen auf Küllenhahn hat es gestern Protest gegen die Sparliste der Stadt gegeben. Im Schwimmsportleistungszentrum waren laut Organisatoren auch Beschäftigte der Wuppertaler Bühnen und Studentenvertreter der Uni dabei. Etwa 40 Schwimmer zogen Schilder mit den Aufschriften „Schwimmbäder und Theater statt Döppersberg“ oder auch „Rettet die Stadtteilbibliotheken“ durch das Wasser. Das Bündnis „gegen das Totsparen“ hat weitere Protestaktionen, zum Beispiel bei der Ratssitzung im März angekündigt.

(Radio Wuppertal)

Auf zum fröhlichen Widerstand!

Ungefähr 40 Badegäste haben heute am 1. Protestschwimmen gegen das Totsparen in Wuppertal teilgenommen. Mit dabei waren auch Beschäftigte der Wuppertaler Bühnen, Leseratten, NichtschwimmerInnen und Studenten aus dem ASTA der Bergischen Universität.

Im Rahmen des 24 Stunden – Schwimmens der Wuppertaler Schwimmvereinen haben wir uns in die Fluten des Sportleistungszentrums am Hahnerberg geworfen und liebe BademeisterInnen, keine Sorge, wir konnten (fast) alle schwimmen.

Auf dass Wuppertal nicht baden geht!

Mit unserem Protestschwimmen wollen wir uns als FreundInnen des Theaters und BibliothekennutzerInnen mit den Initiativen solidarisieren, die für den Erhalt ihrer Schwimmbäder kämpfen. Wir grüßen mit unserer Aktion insbesondere die BademeisterInnen, die Angestellten und natürlich die SchwimmerInnen, die um ihre Bäder bangen. Und wir grüßen auch all die anderen Initiativen, die sich gegen die Sparpläne wehren.

Lassen wir uns nicht auseinander dividieren!
Schwimmbäder, Bibliotheken, die Wuppertaler Bühnen, kompetente und freudliche Sozialeinrichtungen und würdige und gutbezahlte Arbeitsplätze gehören zusammen und sind Voraussetzungen für eine lebenswerte und sozial gerechte Stadt.

Wir wollen nicht zulassen, dass unsere Stadt kaputtgespart wird. Wuppertal braucht finanzielle Entlastung und Unterstützung durch das Land und den Bund! Verweigern wir uns dem Sparprogramm!
Für ein Recht auf eine soziale Stadt! Kämpfen wir gemeinsam für eine angemessene soziale und kulturelle Infrastruktur in Wuppertal!

P.S. wir kommen wieder und machen weiter.

Eine BürgerInnenversammlung im Rathaus, eine Massenzeitung und Proteste bei der Ratssitzung am 15.März sind in Vorbereitung.
Und wenn Ministerpräsident Rüttgers am 25.März die Schwimmoper zum Wahlkampf einweihen will, stürzen wir uns wieder zum Protestschwimmen in die Fluten…

Es grüßen die Protest-SchwimmerInnen und Protest-NichtschwimmerInnen
des Bündnisses „WuppertalerInnen gegen das Totsparen Sektion Wassersport“

Ein Filmchen und Fotos über die Aktion wird noch nachgeliefert.

Schilder mit folgenden Botschaften wurden durchs Wasser gezogen….
Schwimmen Lernen ist kein Luxus!
Rettet die Schwimmbäder !

Schwimmbäder und Theater statt Döppersberg.
Volksbegehren gegen den Döppersberg-Umbau!!!!

Rettet die Stadtteil-Bibliotheken!
Kostenlose Bildung für alle statt Junioruni für wenige!

Zum Teufel mit der Leuchtturm-Politik!
Döppersberg-Umbau verhindern!
Soziale und kulturelle Infrastruktur retten!

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email

6 Antworten auf „1. Protestschwimmen“


  1. 1 Administrator 24. Januar 2010 um 17:00 Uhr

    WZ Bäder: Jetzt wird Personal knapp
    von Moritz Stanarius und Günter Hiege

    Die Bädermisere spitz sich zu: Die Stadt hat kein Geld mehr für Modernisierungen und kann auch das nötige Personal nicht bezahlen.

    Wenn die Schwimmoper wieder aufmacht, werden die Bäder in Cronenberg und am Röttgen (Foto) energetisch modernisiert. Personell kommt das der Stadt entgegen. (Fotos: Archiv)

    Wuppertal. Fünf Bäderschließungen sieht der Entwurf des Haushaltsicherungskonzept von Kämmerer Johannes Slawig vor. Doch das sind noch längst nicht alle Schreckensmeldungen für Schwimmer. Auch die Personalsituation wird sich weiter verschärfen. Das berichtete der Stadtkämmerer am Donnerstagabend den Mitgliedern der Bezirksvertretung Uellendahl/Katernberg. Dort stand er Rede und Antwort zur aktuellen Etatlage und zum Haushaltssicherungskonzept. „Wenn die Schwimmoper wieder geöffnet ist, wird es eng“, warnte Slawig die Stadtteilpolitiker vor.

    Schon jetzt würde die Anzahl der Bademeister kaum ausreichen, zudem scheide aus Altersgründen immer wieder Personal aus, das nicht ersetzt werden dürfe. Aufgrund der Sparverordnung aus Düsseldorf seien Neueinstellungen nicht möglich, erklärte Slawig, der sich besonders um die Situation im Sommer sorgt. Denn auch die sonst übliche Anstellung von Saisonkräften, wenn die Freibäder geöffnet haben, schloss der Kämmerer aus, weil Düsseldorf das fordere.
    Umfrage
    Ist der Verkauf von Bädern ein Mittel gegen deren Schließung?
    Abstimmen

    Das könnte in Zukunft vestärkt dazu führen, dass bei Krankheit von Personal, Bäder vorübergehend geschlossen werden und Badezeiten eingeschränkt werden müssten, sagte Sabine Schmidt-Kessler vom Presseamt der WZ. Vor kurzem erst war das in Vohwinkel und Ronsdorf bereits vorgekommen. „Insofern nehmen die Bäder eine Entwicklung voraus, die sich künftig auch in anderen Service-Bereichen der Stadt zeigen wird“, stimmte sie die Wuppertaler auf künftige Einschränkungen ein.

    Derzeit befinden sich Kämmerer Johannes Slawig und Oberbürgermeister Jung in Sondierungsgesprächen zum Erhalt der Bäder, die der Haushaltssicherung zum Opfer fallen würden. Dazu sprichen sie mit Fördervereinen, die Bereitschaft signalisiert haben, die Bäder als private Träger weiterzuführen.

    * Küllenhahn
    * Schwimmoper
    * Sanierung
    * Personal

    Beim 24-Stunden-Schwimmen des Schwimmverbands Wuppertal ist von heute 13 Uhr bis morgen 13 Uhr wieder jeder Wuppertaler eingeladen, seine Bahnen auf Küllenhahn zu ziehen. Angesagt haben sich auch Mitglieder der Initiative „WuppertalerInnen gegen das Totsparen“. Sie wollen am Sonntag um 12.05 Uhr für den Erhalt von Schauspielhaus, Bibliotheken und Bädern demonstrieren.
    Voraussichtlich am Donnerstag vor Beginn der Osterferien, dem 25. März, soll die Schwimmoper wiedereröffnet werden. Verwaltungsintern ist dieser Termin seit gestern genannt, muss aber noch abgestimmt werden. Geplant ist eine Veranstaltung zu der beschränkt auch öffentliche Badegäste zugelassen sind. Für die soll der reguläre Betrieb danach beginnen, so dass die Osterferien sich zu einer ausfühlichen Erkundung des neuen Bades anbieten.
    Vermutlich mit Beginn der Osterferien geschlossen werden die Hallenbäder in Cronenberg und am Röttgen. Im Rahmen des Konjunkturpakets II werden sie energetisch saniert, was voraussichtlich bis Ende des Jahres dauern werde, so Angelika Sprenger vom Gebäudemanagement.
    Mit einer Schichtbesetzung von sieben Personen für Aufsicht, Kasse und Reinigung sei die Schwimmoper mit Langerfeld das Personal intensivste der sieben städtischen Hallenbäder. Für alle drei Bereiche stehen derzeit noch 80 Mitarbeiter zur Verfügung, Tendenz seit Jahren sinkend. Mit ihnen werde derzeit auch der Einsatzplan für die Freibadsaison mit den städtschen Bädern Mählerbeck, Mirke und Eckbusch abgestimmt.
    „Wir müssen von den Personal-und Instandhaltungskosten loskommen.“

    Johannes Slawig, Kämmerer.

    „Wir müssen von den Personal- und Instandhaltungskosten loskommen“, sagte Slawig in der BV. Damit bleibt die Befürchtung bestehen, dass die Stadt die betroffenen Bäder zum Schnäppchenpreis verkaufen oder verpachten könnte. In der Ratssitzung am 15.März wird darüber aber noch nicht entschieden: Dort sollen nur die dann mehrheitsfähigen Teile des Sparpakets durchgewunken werden. „Diskussionsbedürftige Themen“ wie die Schließung des Schauspielhauses, der Bäder und Bibliotheken seien dann noch kein Thema, so Slawig.

  2. 2 Administrator 24. Januar 2010 um 17:01 Uhr

    WZ Streichliste: Die Schwimmer wehren sich
    von Claudia Kasemann
    Die Vohwinkeler schließen sich zusammen, und auch am Eckbusch formiert sich Protest.

    Das Vohwinkeler Stadtbad an der Ehrenhainstraße ist von der Schließung bedroht. (Archiv-Foto: Uwe Schinkel)

    Vohwinkel/Eckbusch. Vohwinkel/Eckbusch Bei den Frühschwimmern zeigt man sich entsetzt, Stammgäste des Hallenbades sind frustriert – die Diskussion um eine mögliche Schließung des Vohwinkeler Stadtbades an der Ehrenhainstraße ist längst entbrannt. Zumindest derzeit kann niemand ausschließen, dass Wuppertals drittgrößter Stadtteil langfristig ohne Schwimmgelegenheit auskommen muss.

    Doch obwohl das Aus im Raum steht, werde an der Ehrenhainstraße noch Geld in die Hand genommen, reklamiert eine Vohwinkelerin gegenüber der WZ: Geplant sei, einen neuen Notausgang zu bauen.Das stimmt, wie Martina Eckermann von der Stadtverwaltung bestätigt. „Es muss ein zweiter Fluchtweg geschaffen werden, weil wir sonst Probleme mit der Bauordnung bekommen würden.“ Kostenpunkt für diese Maßnahme: geschätzte 30.000 Euro. In Vohwinkel gehen die Meinungen dazu auseinander. Einige der regelmäßigen Besucher des Bades fragen sich, ob die Investitionen womöglich als positives Zeichen zu deuten sein könnten, andere sind skeptisch.

    Noch steht nicht fest, was vom Sparpaket umgesetzt wird, bekanntlich kann nicht vor dem Frühjahr entschieden werden. Eines sei allerdings klar, ist von der Stadt zu hören: „So lange das Hallenbad geöffnet ist, müssen die notwendigen Arbeiten vorgenommen werden“, betont Martina Eckermann. Dazu gehöre zum Beispiel die Beseitigung „diverser kleinerer Fliesenschäden – ganz einfach aufgrund von Verletzungsgefahr“. Auch diese Arbeiten seien in den veranschlagten 30.000 Euro enthalten, ergänzt Uwe Flunkert vom Wuppertaler Gebäudemanagement. „Das ist aber die Maximalsumme“, betont er, „möglicherweise wird es günstiger.“ Ab dem 25. Januar schließt das Hallenbad für die Dauer der Arbeiten von voraussichtlich drei Wochen.

    In Vohwinkel wird derweil überlegt, wie man dem drohenden Ende begegnen kann. Die Stadtteilpolitiker der Bezirksvertretung (BV) Vohwinkel wollen sich fraktionsübergreifend zu einer Arbeitsgruppe zusammenschließen. Auch der Vohwinkeler STV mit seinem Vorsitzenden Mathias Conrads will aktiv werden und hat sich für den Erhalt des Hallenbades mit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zusammengetan. Die beiden Vereine vertreten nach eigener Aussage rund 450 aktive Schwimmer. „Neben den beiden Sportvereinen nutzen elf Vohwinkeler Schulen mit circa 45 Schulklassen pro Woche das Stadtteilbad“, so Conrads.

    Protest gibt es auch am Eckbusch. Dort wehren sich die Schwimmfreunde des Freibads gegen das Sparpaket. Beim jüngsten Bürger- und Mitgliedertreff des Fördervereins Freibad Eckbusch überlegten rund 150 Teilnehmer, wie das Bad erhalten werden könnte, berichtet Frank Mühlhoff vom Vorstand. Es gebe Angebote für ehrenamtliches Engagement, ebenso Konzepte zur Nutzung in der Vor- und Nachsaison. „Wir haben Vorschläge und Ideen gesammelt und werden sie in den nächsten Tagen und Wochen auswerten“, so Mühlhoff. Die Resonanz sei enorm gewesen: „Aktuell liegen dem Vorstand fast 20 neue Mitgliedsanträge vor. Was ein Beitragsplus „von einigen Hundert Euro“ bedeute. Am 18. Januar wollen die Schwimmfreunde ihr Konzept im Rathaus vorlegen.

  3. 3 Administrator 24. Januar 2010 um 20:06 Uhr

    Wuppertal schließt, was zu schließen geht
    Klamme Kommune setzt auf brutalstmöglichen Sozialkahlschlag. Bürger wehren sich
    Von Tobias Niemann
    Es geht ans Eingemachte«, sagte Wuppertals Stadtdirektor und Kämmerer Johannes Slawig (CDU) und legte einen 130seitigen »Sparplan« vor. Er nennt ihn Haushaltssicherungskonzept (HSK). Damit keine Mißverständnisse aufkommen, fügte er hinzu: »Das ist erst der Anfang, es wird noch weitere Verschlechterungen geben.«

    Das HSK, das bereits im November vorgelegt wurde und im März im Stadtrat beraten wird, ist ein echter Horrorkatalog und exemplarisch für das, was Kommunen im Ergebnis der Finanz- und Wirtschaftskrise blüht. Auf der Streichliste stehen das Theater, zwei Grundschulen, zwei Hauptschulen, Frei- und Hallenbäder, Stadtteilbibliotheken, Nachbarschaftsheime und Jugendtreffs. Fördermittel für soziale Projekte und Zuschüsse für Sport, Kultur und Jugendarbeit werden gekürzt. Im Gegenzug werden Beiträge für Kindertagesstätten und offene Ganztagsschulen sowie Eintrittsgelder erhöht.

    Wuppertal steht vor dem finanziellen Bankrott. Mehr als 1,8 Milliarden Euro Schulden haben sich angehäuft. Stadtrat, Verwaltung und Bezirksvertretungen sind nahezu handlungsunfähig. Gesetzlich vorgeschriebene Ausgaben, bis hin zu den Gehältern der städtisch Beschäftigten, können nur noch durch die Aufnahme von Krediten beglichen werden. Mit dem sogenannten Haushaltssicherungskonzept sollen nun 80 Millionen Euro »eingespart« werden. Die Theaterschließung zum Beispiel soll den Etat jährlich um zwei Millionen Euro entlasten. Eine lächerliche Summe angesichts des Schuldenbergs. Allen ist klar, so lassen sich die Probleme nicht lösen. Im Gegenteil, die Schulden werden weiter steigen. Einnahmen brechen weg und die Zinslast, die schon jetzt bei 70 Millionen Euro im Jahr liegt, steigt.

    Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) verkündet, die zutreffenden Maßnahmen würden »niemanden verschonen«. Dabei liegt es auf der Hand, daß das HSK in erster Linie Geringverdienende, Erwerbslose, Kinder, Jugendliche, Alte und Arme trifft sowie die Beschäftigten in den von Schließung bedrohten Einrichtungen. Die Betroffenen machen nun mobil. Sozialverbände, Parteien, Gewerkschaften, soziale Einrichtungen und Bürgerinnen und Bürger haben sich im Bündnis »Wuppertal wehrt sich« zusammengeschlossen. Auch die Parteien Die Linke und die DKP sowie autonome Gruppen rufen zu Protesten auf. »Uns geht es um gemeinsamen Widerstand«, bekräftigt Dirk Krüger, Vorsitzender der Wuppertaler DKP im Gespräch mit junge Welt. »Der von der Verwaltung ausgegebene Grundsatz ›Wer einen Streichungsvorschlag ablehnt, der muß einen entsprechenden anderen Vorschlag machen‹ dient unserer Spaltung«, so Krüger. Die Antwort könne nur die konsequente Ablehnung des Komplettpaketes HSK sein.

    Am 30. Januar wird es einen 24stündigen Aktionstag vor dem Schauspielhaus geben. »Wir beginnen bereits am Abend des 29. Januar nach der Premiere«, so Holger Springorum, Betriebsrat des Schauspielhauses. Danach solle es diverse Aufführungen und Darbietungen von nordrhein-westfälischen Schauspielhäusern geben. »Die Aktion soll sich aber nicht allein auf das Theater beziehen, sondern der Protest richtet sich gegen das Ausbluten der Stadt«, verwehrt sich auch Springorum gegen Einzelkämpfe. Der nächste große Aktionstag ist der 15. März. Da tagt der Stadtrat, um erste Beschlüsse zur Umsetzung des Haushaltssparkonzeptes zu beschließen.

    »Wir zahlen nicht für ihre Krise – Nein zum Spardiktat«, Vortrag von ­Georg Fülberth, Sa., 23. Januar, 14 Uhr, Hayat, Schreinerstraße 26, Wuppertal

  4. 4 Administrator 24. Januar 2010 um 20:08 Uhr

    24 stündiges Protestschwimen??? nasowas ….

    Junge Welt 25.1.2009
    Das Sparpaket als Ganzes ablehnen

    Wuppertaler DKP diskutierte mit Georg Fülberth über Finanznot der Kommune und Möglichkeiten der Gegenwehr

    Von Arnold Schölzel

    Wuppertal ist – wie viele große Kommunen in Nord­rhein-Westfalen – pleite. Am 15.März soll der Stadtrat über den Horrorkatalog beraten, der als »Haushaltssicherungskonzept« seit November bekannt ist (siehe jW vom 22. Januar). In der Stadt breitet sich Unruhe aus. So machen die Mitarbeiter des von der Schließung bedrohten Schauspielhauses auf den Bühnen der Stadt und mit zahlreichen öffentlichen Aktionen auf ihre Situation aufmerksam. Am vergangenen Wochende fand in einer von der Schließung bedrohten Schwimmhalle ein 24stündiges Protestschwimmen statt. In den Betrieben der Region werde zum ersten Mal über die Folgen des Stadtbankrotts für den einzelnen diskutiert, berichtete ein Teilnehmer einer Veranstaltung, zu der die DKP Wuppertal am Sonnabend unter dem Motto »Wir zahlen nicht für ihre Krise – Nein zum Spardiktat« eingeladen hatte.

    Die etwa 50 Gäste hörten einen Vortrag des Politikwissenschaftlers und Stadtrats im hessischen Marburg, Georg Fülberth, und diskutierten, mit welchen Positionen sie in der sich entwickelnden Protestbewegung auftreten sollten. Entscheidend sei, erklärte eingangs der DKP-Kreisvorsitzende Dirk Krüger, sich nicht gegeneinander ausspielen zu lassen, etwa wenn es um die selektive Schließung öffentlicher Einrichtungen gehe: Ein Ortsteil dürfe eventuell sein Schwimmbad behalten, wenn ein anderes im benachbarten geschlossen werde. Dem, so Krüger, müsse mit der Forderung entgegengetreten werden, das Sparpaket als Ganzes abzulehnen.

    Fülberth ging in seinem Referat auf die Verursacher der kommunalen Misere in Politik und Wirtschaft ein. Insbesondere der damalige SPD-Finanzminister Hans Eichel habe vor etwa zehn Jahren mit der Förderung der Finanzspekulation entscheidend mit zur Notlage vieler Gemeinden beigetragen. Für den finanzmarktgetriebenen Kapitalismus, der sich seit der Krise von 1975 herausgebildet habe, seien stetig zunehmender Druck auf die Löhne und die Reduzierung des öffentlichen Dienstes generell charakteristisch. Der Redner prognostizierte, daß sich diese beiden Tendenzen in Zukunft noch verstärken. Ein Beispiel dafür sei das »Besserverdienendenselbstbedienungsgesetz«, das die neue Bundesregierung gerade in Kraft gesetzt habe. Im Rahmen des Kapitalismus, so Fülberth, seien die Probleme der Kommunen letztlich nicht zu lösen.

    In der lebhaften Diskussion ging es vor allem um die Chancen, die sich aus dem einsetzenden Nachdenken in Gewerkschaften, in Parteien und in der Bevölkerung insgesamt derzeit ergeben. Einmütigkeit bestand darüber, daß in den zahlreichen bevorstehenden Aktionen, aber auch in den kommunalen Vertretungskörperschaften das Bündnis mit allen gesucht werden soll, die gegen den »Spar«kurs insgesamt auftreten.

  5. 5 Administrator 24. Januar 2010 um 20:41 Uhr

    WZ 25.1.2009

    Wasser, Wetten und Protest am Beckenrand
    von Annkathrin Frind

    Beim 24-Stunden-Schwimmen auf Küllenhahn gab es auch Kritik am Spardiktat.

    Wuppertal. Ramon braucht Willenskraft. Es ist Sonntag, 7 Uhr in der Frühe, als der 12-Jährige am Beckenrand steht. Eine außergewöhnliche Trainingszeit für das Mitglied der Ronsdorfer Schwimmgemeinschaft (RSG). Dieses Rennen ist für ihn daher so etwas wie ein kurzer, aber intensiver Wachtraum. Von Startblock Fünf wird er gleich ins Wasser springen. Wird das seine Glückszahl sein? Wer weiß.

    Immerhin geht es um eine ehrgeizige Wette: Innerhalb von 24 Stunden will er 15 Kilometer schwimmen – und das hat er seinem Vater einen Tag zuvor in die Hand versprochen – kurz bevor das 24-Stunden-Schwimmen um 13 Uhr im Sportleistungszentrum auf Küllenhahn startete.

    So wie Ramon haben auch andere Freizeitschwimmer ein Nachtlager aus Luftmatratze, Isomatte und Badetüchern auf dem Zuschauerrang aufgebaut. Thermoskannen mit Kaffee stehen neben Trinkpäckchen und Keksen. „Schwimmen, Ausruhen und Schwimmen“ – das ist die Kampfansage. Und an der Kasse herrscht Hochbetrieb. Später steht fest: 1186 Sportler schwammen gemeinsam 3408 Kilometer.

    Kämpferisch geben sich am Sonntag aber auch einige Wuppertaler, die am Rande der Aktion am Beckenrand protestierten. Angesichts der 40-Millionen-Sparliste der Stadtspitze prophezeien die Demonstranten: „Wuppertal geht baden“ – so ist es auf der Rückseite ihrer weißen Kittel zu lesen.

    Und auch die fünf Bäderschließungen, die der Entwurf das Haushaltssicherungskonzept vorsieht, ist eine Schreckensmeldung für die Schwimmer. Ihrer Sorge verleihen sie Ausdruck: So spannen sich Banner des Fördervereins „Pro Mirke“ über das Geländer.. Überhaupt wirkt es so, als demonstrierten die Schwimmer Geschlossenheit in der Schwimmszene.

    Unter Wasser bekommt Ramon davon nichts mit. Er zieht seine Bahnen. Schon nach einer Stunde hat er 1800 Meter zurückgelegt. Das belegen die Notizen seines Vaters Rüdiger Kreuz. Er ist an diesem Nachmittag als einer von 130 ehrenamtlichen Helfern am Beckenrand im Einsatz.

    Der 12-Jährige ist ein Gleiter im Wasser, der sich am Startblock zwar Zeit nimmt, aber trotzdem gut vorwärts kommt. Anders als die Wühler, die sich einfach durchs Wasser hauen. „Jeder Schwimmer muss erst seine Technik finden“, sagt der 12-Jährige später im Gespräch mit der WZ.

    Während Ramon seinen Schwimmstil in Wuppertals Osten entwickelte, lernten Lena und Anne (beide 14 Jahre alt) das Schwimmen in Vohwinkel. „Als wir von der geplanten Schließung des Hallen- und Freibades erfuhren, waren wir schockiert“, sagen die Mädchen. Mit ihrem Besuch wollen sie ein Zeichen für den Schwimmsport setzen. Volker Ackermann vom Eisenbahnsportverein Ost (ESV) fürchtet einen Qualitätsverlust im Breitensport, vor allem in der Schwimmausbildung und im Gesundheitssport.

    Und auch Ramon verbringt viel Freizeit im Schwimmbad – das will er auch weiterhin. Übrigens: Die Wette hat er gewonnen. 20 Euro fürs S

  6. 6 Administrator 07. Februar 2010 um 17:59 Uhr

    Protestschwimmen gegen Kürzungspläne

    (ND). Im Rahmen des 24-Stunden-Schwimmens der Wuppertaler Schwimmvereine gab es am Sonntag Proteste gegen die Sparpläne der Stadt. Im Schwimmsportleistungszentrum zogen 40 Badegäste Schilder mit der Aufschrift »Rettet die Schwimmbäder« und »Gegen die Schließung von Theatern und Stadtteilbibliotheken« mit sich durch das Wasser. Laut Organisatoren waren auch Beschäftigte der Wuppertaler Bühnen und Studierendenvertreter der Universität beteiligt. Das Bündnis »gegen das Totsparen« setzt sich für den Erhalt der sozialen und kulturellen Infrastruktur der Stadt ein. Es hat weitere Protestaktionen angekündigt.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.



Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: