Am 1. März ist wieder Zahltag in Wuppertal

Wegweisendes Urteil
Verfassungsrichter verlangen Hartz-IV-Revision

Die größte Sozialreform der Bundesrepublik muss drastisch korrigiert werden: Das Bundesverfassungsgericht hat die Hartz-IV-Leistungssätze für völlig falsch berechnet erklärt. Mehrere Familien hatten geklagt – sie bekamen in weiten Teilen Recht, die Regierung muss bis Jahresende neue Regelungen umsetzen.

Die Bundesregierung muss Hartz IV korrigieren. Das Verfassungsgericht hat in einem wegweisenden Urteil große Veränderungen an der größten Sozialreform der Bundesrepublik gefordert.

Drei Familien hatten geklagt, weil sie die Hilfssätze für Kinder zu gering fanden – sie bekamen weitgehend Recht. Und die Richter gingen noch einen Schritt weiter. Erstmals äußerten sie sich auch grundsätzlich zum sogenannten Grundrecht auf ein menschenwürdiges Existenzminimum und urteilten:

* Die Berechnung der Hartz-IV-Regelsätze ist verfassungswidrig.
* Sie bleibt aber bis zum Jahresende in Kraft.
* Ab 1. Januar 2011 muss eine Neuregelung gelten.
* Bis dahin können die knapp sieben Millionen Hilfebedürftigen ergänzende Leistungen beanspruchen, allerdings nur in seltenen Fällen, soweit dies zur Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums erforderlich ist.

Der letzte Satz könnte für uns sehr interessant werden. Wir sollten schnell beraten, wie schon am 1.März vor der Arge an der Bachstrasse unsere Ansprüche auf gesellschaftliche Teilhabe ausdrücken können.

Näheres später…………..

Wehrt sich Wuppertal?

Ein Debattenbeitrag aus dem Tunnel http://www.tunnel-wuppertal.org/

Das am 17.November 2009 vom Stadtkämmerer Johannes Slawig und Oberbürgermeister Peter Jung der Öffentlichkeit vorgestellte Konzept zur Sicherung des Haushalts der Stadt Wuppertal hat in den Medien für einige Aufmerksamkeit gesorgt — überregional und bundesweit vor allem aufgrund der beabsichtigten Aufgabe des Schauspielhauses in Elberfeld als Spielstätte für das Theater.

Auch in der Stadt selber ist die Diskussion zu den angekündigten Schritten des Kämmerers, die wohl mit voller Absicht erst nach den letztjährigen Kommunalwahlen und kurz vor Weihnachten konkretisiert wurden, nach einer Phase der Schockstarre langsam in Gang gekommen. Am letzten Januarwochenende erreichte sie einen ersten Höhepunkt, als auf Initiative der Wuppertaler Bühnen am Schauspielhaus ein 24-stündiger Protesttag stattfand.

Bisher hat TUNN:EL in dieser Diskussion nur am Rande öffentlich Position bezogen. Zum einen kommt die Entwicklung für TUNN:EL nicht wirklich überraschend — nachzulesen in unseren Texten im Theorieteil — zum anderen besteht bei einer klaren Positionierung immer die Gefahr, aufkeimenden gemeinsamen Widerstand gegen die falsche Politik zu erschweren. Ein Auseinanderdividieren der verschiedenen Initiativen und Betroffenen darf nicht zugelassen werden — auch nicht, wenn sich unter den Protestierenden Leute befinden, die dort überhaupt nichts zu suchen haben.

Die Diskussion um das sogenannte Spardiktat verliert sich nun aber mehr und mehr in Allgemeinappellen und sie verkürzt sich zunehmend auf einige der beabsichtigten Sparmassnahmen des Haushaltssicherungskonzeptes, während an anderer Stelle schon vollendete Tatsachen geschaffen werden. Hinzu kommt, dass diejenigen, die das Desaster bankrotter Städte zu verantworten haben, sich als lauteste Ankläger aufführen — um gleichzeitig unbehelligt soziale und kulturelle Kahlschläge auszuführen, oder auch nur, um in den aktuellen Tarifauseinandersetzungen mit ver.di, (die eine Lohnerhöhung von 5% für den öffentlichen Dienst fordert), Druck aufzubauen. Ob es sich wie am Dienstag um Petra Roth (Frankfurt), oder fast täglich um Peter Jung (Wuppertal) handelt, die Bürgermeister beteuern die eigene Unschuld, es wird appelliert und gebettelt, nach den Ursachen und Gründen der Krise ihrer Kommunen wird jedoch nicht gefragt. Und am Ende wird es doch wieder nur um Lohnverzicht und geschlossene Nachbarschaftsheime gehen.

Um endlich eine Diskussion darüber anzustossen, wer und was eigentlich viele Städte in den Ruin treibt, und was sich dagegen unternehmen lässt, beginnt TUNN:EL heute mit einer mehrteiligen Artikelserie, stellt Fragen und versucht auch, einige Antworten zu geben. In den Beiträgen der nächsten Tagen wird es darum gehen, ob sich Wuppertal überhaupt wirklich wehrt, worum es bei dem ganzen Schlamassel eigentlich geht und wie ein mündiger Städter auf die Entwicklungen reagieren sollte. An gleicher Stelle werden darüberhinaus auch Informationen zu den Protesten der Wuppertaler veröffentlicht — also: wehrt sich Wuppertal ?

http://www.tunnel-wuppertal.org/

Wehrt sich Wuppertal? Teil 1

Die Diskussion und der Protest gegen das von Stadtkämmerer Johannes Slawig, (CDU), und seinem Chef, Oberbürgermeister Peter Jung, (CDU), vorgelegte Haushaltssicherungskonzept für die Stadt Wuppertal bieten tragikomische und bizarre Facetten. Da werden Entscheidungebenen verwechselt, durcheinandergebracht und nach Motivlagen gar nicht gesucht, es werden Tatsachen behauptet und Fakten geschaffen; falsche Protestierer führen das Wort, während echte Betroffene nicht zu Wort kommen; und oft ist nichtmals klar, wer der eigentliche Adressat vieler Botschaften ist, die in den letzten Wochen zu hören und zu lesen waren.

Wenig überraschend fängt die Verwirrung schon auf der Titelseite des mittlerweile meist „Sparpaket“ benannten Dokuments an, für das die beiden Stadtspitzen persönlich verantwortlich zeichnen. Die valentineske Überschrift des Haushaltssicherungskonzeptes lautet „Sparen um zu gestalten“. Ein Satz wie eines der Bonmots des sehr späten Erich Honecker. Zumindest auf den ersten Blick. Seine valentineske Dimension erhält er durch die mit ihm sehr genau benannte Wahrheit, die sich hinter den Vorschlägen und Massnahmen verbirgt, mit denen auf die Haushaltslage der Stadt Wuppertal reagiert werden soll. Doch dazu später.

Don Quixottes Pleitegeier und Golfclubrebellen

Zunächst soll noch etwas zu der Ausgangsthese gesagt sein, nach der viele Aktionen gegen das „Spardiktat“ wirken, als seien sie in Schilda von Don Quixotte geplant worden.

So hängt jenes, von Sancho Panza und Quixotte im letzten Jahr gegründete Bündnis „Wuppertal wehrt sich“ gemalte Pleitegeier an Rathäuser, (weil ja offenbar niemand mitbekommen hat, dass da keine Kohle mehr drin ist…), demonstriert alsbald bettelnd mit wenigen Getreuen am Regierungspalast in Düsseldorf, obwohl von dort nur zynische Glückwünsche für den „Mut der Stadt, das Theater zu schliessen“ (Zitat: SPD-Regierungspräsident Büssow), zu hören sind, und lässt sich sogar, wenn man den Aussagen am Rande der samstäglichen Kundgebung vor dem Schauspielhaus glauben darf, vom OB die eigene Protest-Rednerliste diktieren — angeblich untersagte OB Jung nämlich kurzerhand einen Beitrag von Schauspielintendant Christian von Treskow am Freitagmittag vor dem Barmer Rathaus.

Dann demonstrieren ca. 1.500 Leute in finnischer Kälte gegen die geplante Aufgabe des Elberfelder Schauspielhauses, erfreuen sich an einem massgeblich durch die freie Szene der Stadt gestalteten Protestmarathon von Freitagnacht bis Samstagnacht, doch die Tatsache, dass die finanziellen Mittel für eben diese freie Szene bereits jetzt per Dekret auf nahezu Null zurückgefahren wurden, wird beinahe gleichgültig zur Kenntnis genommen. Denn anders als bei einem möglichen Beschluss zur Nicht-Sanierung, bzw. zur Schliessung des Theaterbaus in Elberfeld bedarf es dazu keiner Zustimmung durch den Stadtrat. Stadtkämmerer Slawig kann das gänzlich alleine entscheiden und hat dies auch bereits getan.

Während sich auch in Golfclubs beim abschliessenden Häppchen leicht bürgerliche Bedenken gegen ein Ende des Sprechtheaters formulieren lassen, geht der programmierte Tod der Off-Theater, Musiker und freien Veranstalter vielen von denen, die sich da am Samstagnachmittag als Kulturmenschen bekannten, scheinbar am Arsch vorbei. Da drängt sich die Frage auf, ob bei einer solchen Lage des Kulturbewusstseins in der Bevölkerung die Schliessung des Theaters in Wuppertal wirklich unzumutbar sein soll.

Theater für alle

Doch — natürlich. Sie ist inakzeptabel und unwürdig. Dabei darf man jedoch nicht vergessen, dass erst, seitdem mit Christian von Treskow ein neuer Intendant das Wuppertaler Schauspiel leitet, dessen Ressourcen auch anderen und anderem zur Verfügung stehen. Hin und wieder jedenfalls. Das, was den 24-stündigen Protest am Wochenende eindrucksvoll machte, nämlich die bunte Lebendigkeit einer grossen Stadt, hatte eben über Jahre keinerlei Zugang zu den lichten Hallen bergischer Hochkultur.

Dass sich derart weite Teile der freien Wuppertaler Kulturszene so solidarisch zeigten, war also keineswegs selbstverständlich. So manche/r der, die am Samstag mit Stolz auf den eigenen Willen zum Protest herumlief, hätte deshalb eigentlich eher scham- statt zorngerötete Wangen haben müssen. Es bleibt zu hoffen, dass die Zeiten der selbstgenügsamen Bräsigkeit öffentlich finanzierter Kunsttempel seit diesem Wochenende vorbei sind, und dass sich Solidarität nicht wieder einmal als tragische Einbahnstrasse erweisen wird. Es wäre wünschenswert, wenn das Haus geöffnet bliebe für den Widerstand der Wuppertaler gegen ihre kulturelle und soziale Kastrierung. Auch dann, wenn der Stadtrat das Ende des Theaters nicht absegnen sollte und dann nur noch jene, für die keine Gewerkschaften sprechen und keine Bühnenvereine mobilisieren, um ihre Existenz kämpfen müssen. Das wird seitens des Theaters auch Standhaftigkeit erfordern.

Mit einer solidarischen Haltung gegenüber Subkulturen und sozialen Initiativen wird es sich keine Freunde in der Lokalpolitik machen. Was man dort von einem politischen Stadttheater hält, lässt sich sehr gut an der verhinderten Rede des Intendanten von Treskow ablesen.

Und dass in genau jenem Moment, in dem sich das Wuppertaler Schauspiel auch für Akteure jenseits des eigenen Bühnengrabens öffnet und in dem es mit einem durchaus kontroversen Spielplan versucht, ein Theater für alle zu sein, im Barmer Rathaus offen seine Verzichtbarkeit postuliert wird, ist bezeichnend.

Wuppertal wehrt sich. Gegen Erkenntnis.

Zurück zu der Diskussion um das Haushaltssicherungskonzept und den munter verwirrten Argumentationslinien, die den Diskurs um die Zukunft der Stadt derzeit prägen.

Wenn der Schauspieler und samstägliche Protestredner Armin Rohde fordert, man solle bei den Banken einfordern, sich um die Städte zu kümmern, übersieht er, dass eine Stadt wie Wuppertal diesen Banken bereits (fast) vollständig gehört — mithin also in den verarmten Kommunen soetwas wie eine Geschäftspolitik mit eigenen Vermögenswerten umgesetzt wird. Ein Theater kann, muss aber nicht zu einem Investment passen. Wenn der frühere Intendant Holk Freytag bei der gleichen Veranstaltung dem OB Hilfe bei einer möglichen Rettung des Wuppertaler Schauspiels anbietet, verkennt er, dass seine Appelle für das Theater dort gar nicht verstanden werden – und wenn über Theater einmal geredet wird, ganz sicher nicht das seine gemeint ist..

Geschenkt. Der eine ist Schauspieler, der andere Theatermacher. Wenn jedoch ein Bündnis „Wuppertal wehrt sich“, das sich eine „politische Einflussnahme“ auf die Pleitegeierfahnen geschrieben hat, permanent so tut, als liesse sich durch gemeinsames Agieren mit der Stadtspitze das Problem kommunaler Unterfinanzierung lösen, wird es bedenklich abenteurlich und auch kontraproduktiv. An wen richten sich eigentlich Pleitegeier und Protestbanner, wenn sie ausschliesslich in Wuppertal selber zu sehen sind?

Warum wird nicht einmal nachgefragt, warum die Finanzierung der Kommunen seit Jahren erodiert? Warum wird so getan, als ob die wegbrechende Einnahmen lediglich das Ergebnis von schlecht durchgerechneten Plänen sind? Wie naiv muss man eigentlich sein, wenn man die Augen davor verschliesst, dass die desolate Lage vieler Städte das gewollte Ergebnis politischer Vorgaben ist?

Vielleicht jedoch ist diese Erkenntnis gar nicht gewollt. Es hätte ansonsten das sofortige Ende der Kollaboration mit den Jungs und Slawigs dieser Stadt zur Folge, es müsste die Systemfrage gestellt werden, die WZ würde nicht mehr freundlich von „professionellem Protest“ schreiben und ein solches Bündnis könnte dann den Menschen dieser Stadt auch nicht länger vorgaukeln, dass sich „Wuppertal wehrt“. Es müsste den Wuppertalern sagen, wie es ist: Dass nämlich Peter Jung der oberste lokale Vertreter jener Partei ist, die zusammen mit den lange regierenden Spezialdemokraten genau die politischen Strategien auf den Weg gebracht hat, die den Menschen ihre Städte endgültig wegnehmen sollen; dass ihr eigener Oberbürgermeister jene Politik, die in ihrem Ergebnis die kommunale Selbstverwaltung unterhöhlt, inhaltlich voll und ganz vertritt; dass er die Überzeugungen derjenigen, die alles einem Fetisch „Markt“ unterordnen, bedenkenlos teilt.

Am Ende würden die Leute zum Protestieren noch dorthin gehen, wo man sie keinesfalls sehen will: Zum eigenen Rathaus.

Quelle: http://tunnel-wuppertal.org/main/archives/82-Wehrt-sich-Wuppertal-Teil-1.html

Wehrt sich Wuppertal? Teil 2

Hinter dem dichten Nebel aus Worthülsen, den Bündnisse wie “Wuppertal wehrt sich” und demonstrierende Bürgermeister im Ping-Pong mit der Presse verursachen, verschwindet die Sicht auf die Gründe urbaner Fehlentwicklungen.

Auf den ersten Blick gegenläufige Tendenzen wie das Problem der Gentrifizierung in “boomenden Städten” – gegen das man sich besonders in Hamburg oder Berlin zu wehren beginnt – und der Niedergang von „shrinking cities“ wie Wuppertal, verwirren den Betrachter. Der beide Seiten der gleichen Medaille verbindende Ausgangspunkt solcher Entwicklungen – der forcierte Umbau von städtischem Raum zu privaten Renditezonen – tritt hinter die täglichen (Verteilungs-) Kämpfe um die letzten Reserven zurück. Seien es die letzten Raumreserven, oder die letzte Kohle.

Doch wenn überhaupt eigene Strategien entwickelt werden sollen, um in der Stadt der Zukunft noch zuhause sein zu können, muss man wissen, womit man es eigentlich zu tun hat. Begreift man nicht, dass die Entwicklungen Folgen bewusster Entscheidungen sind, und dass immer handelnde Personen und Subjekte hinter diesen Entscheidungen stehen, bleibt der Eindruck nahezu vom Himmel gefallener, alternativloser Naturkatastrophen.

Zunehmende Segregation und Bankrott der Städte sind jedoch kein Erdbeben. Sie sind als Folge politischer Vorgaben durchaus gewollt, zumindest aber billigend in Kauf genommen. Um das zu erkennen, muss man die urbanen Veränderungen als politischen Prozess betrachten, die Interessen und Strategien den jeweiligen Akteuren zuordnen und beurteilen.

Die Beschäftigung mit den Ursachen der derzeitigen urbanen Tendenzen ist nicht immer einfach und teilweise auch langweilig wie trockenes altes Brot – zwischen scheinbarer Binse und echter Information. Doch da müssen wir durch.

Worum geht’s hier eigentlich?

Wer will, kann die Strategien zur Neuordnung der Kommunen und zur neoliberalen Eroberung städtischer Lebensräume seit Jahren nachlesen. Zum Beispiel bei der allgegenwärtigen Bertelsmann-Stiftung, die ausdauernd das marktwirtschaftliche Mantra von Städten als Wirtschaftunternehmen singt; dafür sämtliche Aspekte des städtischen Lebens erfasst, auswertet und als Standortfaktor klassifiziert – und praktischerweise dann den von ihr beratenen Verwaltungen direkt auch noch den neoliberalen Werkzeugkasten für eine Verlagerung kommunaler Aufgaben in das Privatreich der Global-Player anbietet. Kostengünstig.

Nachlesen lässt es sich auch in in vielen Konzepten von Firmen wie Price Waterhouse, KPMG und Banken wie UBS/Warburg zu von ihnen ausdauernd propagierten Public-Private-Partnership-Deals, mit denen nahezu jeder Teilbereich städtischen Lebens in eine kommerzielle Verwurstbarkeit überführt werden soll – sehr gerne auch unter Mithilfe “verdienter” ehemaliger Politiker und heutiger Lobbyisten. Wie dem Untoten Rudolf Scharping, SPD, ehemals Erfinder eines serbischen “Hufeisenplans”, loosender Kanzlerkandidat und Radfahrer, der jetzt mit einer Beraterfirma den Newsletter “PPP-Kompakt” herausgibt, oder Josef Fischer, ehemaliger Frankfurter Hausbesetzer, Kriegsaussenminister und leibhaftige Kohlparodie, der neben der Lobbytätigkeit für BMW leider auch noch die Zeit dazu findet, als externer “Berater für Gentrifizierungsprojekte” beim Berliner EUREF zu wirken.

“Gentrifizierung” als Ziel, nicht als Unheil wohlgemerkt.

Und auch im Herzen des Kapitals, bei der Europäischen Union in Brüssel, die die europaweite Förderung von PPP-Deals zu ihren Kernaufgaben zählt, finden sich jede Menge strategische Studien dazu, wie der Umbau öffentlicher urbaner Strukturen zugunsten des Privatkapitals am Besten bewerkstelligt werden kann. Neben den klassischen Verkaufs-Privatisierungen sind die semiprivaten Modelle des gemeinsamen Investments das Hauptinstrument des derzeitigen neoliberalen Stadtumbaus.

Die durch die EU geförderten Öffentlich-Privaten-Kollaborationen zwischen Institutionen und privaten Geldgebern bzw. Betreibern kommunaler oder regionaler Infrastruktur sind ihrem Wesen nach nur wenig anders konstruiert als die inzwischen berüchtigten Cross-Border-Leasing-Kontrakte, mit denen ja auch Wuppertal ganz eigene Erfahrungen gemacht hat. Bei PPP-Kontrakten geht es um Neuinvestitionen in Infrastruktur, bei CBL-Deals ging es um den Verkauf von im Allgemeineigentum befindlichen Anlagen und Werten an Finanzinvestoren – nur, um sie von diesen für viele Jahrzehnte zurückzuleasen.

Seitdem diese Re-Leasing-Deals in den USA, wo die meisten jener grossen Vermögensfonds ihren Sitz haben, nicht länger steuerlich begünstigt werden, sind sie auch auf Investorenseite nicht mehr populär. Stattdessen konzentriert sich die “moderne” kommunale Privatisierung auf die Variante der “Public-Private-Partnerships”, bei denen private Partner in enger Kooperation mit Grossbanken Bauträger, Ausführender und späterer Betreiber von städtischer Infrastruktur sind, und die neu entstanden Verwaltungsgebäude, Schulen, Strassen, Messehallen usw. im Rahmen von Komplett- Dienstleistungsverträgen mit jeweils 30-50 Jahren Laufzeit an die Städte oder deren kommunale Töchter vermietet. Die Höhe der Mietzahlungen ist dabei soweit festgelegt, dass die Profitrate für den privaten Investor dauerhaft sichergestellt wird.

Wem gehört die Welt?

Diese Geschäfte sind in der Regel nur für die privaten Investoren profitabel. Für beteiligte Städte bergen sie dagegen oft nicht zu kalkulierende Risiken und oft lediglich in die Zukunft verlagerte Schulden. Die Laufzeiten der Verträge sind vielfach so gestaltet, dass die Investoren genau dann aus ihrer Instandhaltungspflicht entlassen werden, wenn sich erste schwere Abnutzungsmängel zeigen, andere Pflichten des Betreibers werden nur ungenügend eingehalten und sind über die gesamte Laufzeit der Verträge Anlass von Auseinandersetzungen zwischen der Kommune und ihrem privaten “Partner”. Häufig erhalten die Investoren auch Zugriff auf die von den Nutzern aufzubringenden Gebühren einer städtischen Dienstleistung. Auch hier sind im Vorfeld verabredete Zahlen oft nur Makulatur. So sind die Wasserpreise in Berlin seit der Teil-Privatisierung der Wasserwerke – entgegen aller vor Vertragsabschluss gemachten Zusagen – unverhältnismässig angestiegen, während gleichzeitig die Trinkwasserleitungen und die Kanäle für Abwasser immer schlechter gewartet werden.

Genaueres zu Vertragspflichten und möglichen -verletzungen ist normalerweise jedoch nicht in Erfahrung zu bringen. Denn die von internationalen Riesenkanzleien (z.B. von Freshfields, vor allem bekannt geworden als Ghostwriter der Bundesregierung für das Bankenrettungsgesetz) aufgesetzten Cross-Border-Leasing- oder Public-Private-Partnership-Vertragsmonstren sind zumeist streng geheim – selbst die Abgeordneten der Parlamente erhalten keinen oder nur eingeschränkten Einblick in die Details. Auch in Wuppertal kennt noch immer niemand den Inhalt der Verträge zu den Cross-Border-Leasing-Geschäften mit MVA und Abwasser.

Kaum überraschend, teilen sich nur wenige international tätige Megakonzerne der Bau- und Dienstleistungsindustrie bundesweit die Proftite aus teilprivatisierten kommunalen Infrastrukturen. Im Bereich des Neubaus und Betriebes von Schulen, Gefängnissen, Strassen, Sporthallen und was immer ihnen noch so einfällt, sind dies nur ganze sechs Konzerne: Hochtief, Bilfinger Berger, Serco (England), SKE (eine deutsche Tochter von Vinci), Goldbeck und die Royal BAM-Group aus den Niederlanden.

Diese Konzerne bilden zusammen mit den vorfinanzierenden Platzhirschen der Finanzmärkte und unterstützt von international tätigen Anwaltskanzleien sowie den grossen Beraterfirmen ein Quasi-Oligopol. Die sie beherrschenden neuzeitlichen Oligarchen und Grossaktionäre entscheiden den Bedarf einer Stadt, über die Bedürfnisse ihrer Menschen und welcher Anbieter wo von ihnen profitieren darf. Lästige kommunale demokratische Strukturen sind dabei ein Übel, dass unnötig Zeit kostet.

Oft geht den Think-Tanks oder den Kanzleien des neoliberalen Gesellschaftsumbaus und ihren Auftraggebern der Umbau der Städte zu rein profitorientierten Privatunternehmen daher nicht schnell genug, zumal die Finanzkrise seit 2008 das Verscherbeln allgemeinen Eigentums erschwert hat. Zudem treffen Verkauf und Privatisierung von Wohnungsgesellschaften oder von Stadt- und Wasserwerken auf den Unwillen der Bevölkerung in den Städten, wie auch Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- u. Gemeindebundes bestätigt: “Privatisierung ist seit der Finanzkrise out. Ausserdem sind die Bürger dagegen.” An dieser Stelle tritt die Politik in den Vordergrund. An den politischen Schnittstellen, die oft schon von Lobbyisten des Oligopols besetzt sind, werden seit Jahren Entscheidungen vorbereitet, formuliert, verabschiedet und umgesetzt, die dem entgegenwirken sollen.

Zum privaten Glück gezwungen

Um die grosse Skepsis der Bevölkerung auszukontern und um den neoliberalen Umbau der Kommunen zu beschleunigen, sind von den übergeordneten Verwaltungsebenen – Land; Bund, EU – im politischen Rahmen wirksame Folter-Instrumente entwickelt worden. Die von allen ehemaligen Regierungsparteien, CDU/CSU, FDP, SPD und den Grünen im Zusammenspiel mit dem Oligopol politisch durchgesetzten Strukturprogramme, Förderrichtlinien und Verteilungsschlüssel dienen weniger dazu, eine positive Entwicklung zu befördern. Vielmehr untergraben sie zielgerichtet die hauptsächlich auf kommunaler Ebene mögliche Mitwirkung der Menschen an der Gestaltung ihres Umfeldes und lassen den Widerstand gegen die Übertragung offentlicher Aufgaben an rein profitorientierte Anbieter ins Leere laufen.

In ihrem Folter-Besteckkasten für einen beschleunigten Umbau der Kommunen zu einem Dienstleistungsmarkt “Stadt” gibt es z.B. die rein formal-juristische Negierung demokratischer Rechte: Bürgerbegehren, die drohen, eventuell erfolgreich zu verlaufen, werden für unwirksam erklärt, (wie beim Riesenprojekt “Stuttgart 21”), oder durch gegenlautende und manipulative, aber massiv von den Leit-Medien der grossen Verlage beworbene Gegen-Befragungen nichtig gemacht – wie etwa beim Kampf gegen einen City-IKEA in Hamburg-Altona. Es finden sich jedoch auch weniger elegante Methoden, wie die Entmündigung der Bewohner einer Stadt durch das Verschweigen wichtiger Einzelheiten und durch informelle Absprachen unterschiedlicher Verwaltungsstellen. Oft finden so undurchsichtige Kompensationsgeschäfte statt, deren Bestandteile gar nicht miteinander in Bezug gesetzt werden können und deren Existenz folgerichtig häufig bis zum Schluss bestritten wird. (Teil-Abtretungen eines Naherholungsgebiets für einen neuen Jugendknast gegen den weiteren Ausbau einer Landes-Strasse wären beispielsweise ein solches Koppelgeschäft.)

Doch neben der formalen Demontage demokratischer Funktionen – die folgerichtig zu inzwischen nur noch knapp 40 % Beteiligung an der Wahl zum Wuppertaler Stadtrat 2009 geführt hat – werden zugleich auch finanzielle Tatsachen geschaffen, die eine mögliche Selbstbestimmung der Stadt-Bewohner im Keim ersticken sollen.

Um die Verwandlung gesellschaftlich kontrollierter Strukturen in einen Dienstleistungssupermarkt möglichst bald flächendeckend durch bindende Geheimverträge für Jahrzehnte abzusichern, (so kann z.B. auch die – erst nach dem partiellen Verkauf der Berliner Wasserversorgung gewählte – “rot-rote” Senatsmehrheit in Berlin das Trinkwasser keinesfalls wieder rekommunalisieren), hat sich die finanzielle Strangulierung der Städte als effektivste Methode erwiesen, die Kommunen zu ihrem “privaten Glück” zu zwingen. Wer arm ist, nimmt das, was er kriegen kann.

In Kombination mit der Vergabepraxis bei Landes-, Bundes- und EU-Zuschüssen, die jeweils einen Eigenanteil der Kommunen an beabsichtigten Strukturmassnahmen einfordert, bricht der eigene Gestaltungswille der Städte so mehr und mehr in sich zusammen. Sie haben nicht mehr genug Geld, um Notwendiges selbst zu finanzieren, und das wenige, das noch da ist, wird nicht etwa da eingesetzt, wo es die Bevölkerung als sinnvoll ansieht, sondern ausschliesslich dort, wo weitere Geldmittel akquiriert werden können. Und das ist immer an der Seite von oft federführendern privaten Investoren, die die Bedarfs- und Gewinnplanung einer Investition gleich selber erledigen – ohne dabei an Folgeprobleme und Stadtentwicklung zu denken. Die vielen Shoppingmalls in der unmittelbaren Nachbarschaft zu verödeten Innenstädten werden davon auch in vielen Jahren noch ein betongewordenes Zeugnis ablegen. Für jene, die man hereinlässt, ebenso wie für jene, die draussen bleiben müssen.

Es mutet an wie ein schlechter Treppenwitz – aber ausgerechnet der Beinahe-Kollaps der hinter den Privatisierungs-Raubzügen stehenden globalen Finanzwirtschaft, der mithilfe öffentlicher Gelder gerade nochmal abgewendet wurde (für dieses Mal) – wird jetzt dazu benutzt, eine kommunale Finanzkrise zu schaffen, die die Städte noch schneller in die Arme jener Banken und Konzerne treiben wird, die soeben noch mit öffentlichen Geldern gerettet worden sind. Das nennt man dann wohl eine “win-win-situation”.

Sparen, um zu gestalten

Wenn eine Stadt wie Wuppertal einen Teil eines ihr gehörenden kommunalen Unternehmens veräussert, um den Eigenanteil an einem Bauvorhaben, (z.B. dem Umbau einer zentralen Kreuzung, von dem sicher einige der zuvor genannten Konzerne profitieren), finanzieren zu können, dann hat der Planer des neoliberalen Stadtumbaus alles richtig gemacht. Die Kommune verkauft billig Teile ihres profitablen Eigentums, verschuldet sich darüberhinaus mit langfristigen Zahlungen noch weiter, und die fette Beute wird von den ausführenden und vorfinanzierenden Unternehmen und Banken weggeschleppt, ohne eine parlamentarische Kontrolle fürchten zu müssen.

Übrig bleiben dann oft auch noch vollkommen geschmack- und gesichtslose neue Kreuzungen, das tolle neue Parkhaus für den tollen neuen Möbelmarkt, eine auf vermeintlichen Standortvorteil und Reingewinn zugeschnittene Eventkultur, oder viel bejubelte Leuchtturmprojekte, deren gebetsartig verkündeter Nutzen nur für jene zum Tragen kommt, die ihre Nutzung bezahlen können. Übrig bleiben so eben auch geschrumpfter Besitz an den eigenen Bildungsträgern, Energieversorgern oder Wohnungsgesellschaften ein noch nicht sichtbarer Berg von zukünftigen neuen Schulden, urbane Wüsten mit Innenstädten, aus denen die Shoppingmall-Betreiber kraft Hausrecht die Teile der Bevölkerung ausschliessen können, die nicht genügend konsumieren oder mögliche Kunden vielleicht verschrecken, marode Trink- und Abwassersysteme und nicht ausreichend gewartete Fahrgerüste für Schwebebahnen.

Auf der Strecke bleibt dagegen die aktive Teilhabe aller Menschen an den Dingen in ihrer Stadt, die Perspektive der Habenichtse, der jungen wie der alten, der soziale Friede und die Lebensqualität.

Auf der Strecke bleibt letztendlich die demokratische Stadt. Wenn also Oberbürgermeister Peter Jung und Stadtkämmerer Johannes Slawig “Sparen, um zu gestalten” über ihr Konzept zur Sicherung des Wuppertaler Haushalts schreiben, erhält die Überschrift vor diesem Hintergrund eine düster-bedrohliche Bedeutung.

Es ist nämlich zu befürchten, dass sie es ganz genau so meinen.

Stadtentwicklung!

DER FALL EMMELY

Veranstaltung am Dienstag, den 16.2.2010 in Wuppertal

Verdachtskündigungen und Klassenjustiz

Der Fall ist bekannt, er ging durch die Medien: Emmely, die 31 Jahre bei Kaiser´s Kaffee (bzw. Vorläufer) in Berlin arbeitete, wurde verdächtigt, Bons im Werte von 1,30 Euro zu eigenen Gunsten eingelöst zu haben.
Wegen dieses Verdachtes wurde ihr fristlos gekündigt.

Emmely und Archi Kuhnke (ehemals Betriebsrat Daimler Düsseldorf) werden auf der Veranstaltung am 16.2.2010 anwesend sein.
Beginn 19 Uhr, in der Alten Feuerwache

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Hintergrundinfos:

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Verdachtskündigungen und Klassenjustiz

Der Fall ist bekannt, er ging durch die Medien: Emmely, die 31 Jahre bei Kaiser´s Kaffee (bzw. Vorläufer) in Berlin arbeitete, wurde verdächtigt, Bons im Werte von 1,30 Euro zu eigenen Gunsten eingelöst zu haben. Die Bons hatte ein Kunde liegen gelassen. Emmely hatte das immer bestritten. Wegen dieses Verdachtes wurde ihr fristlos gekündigt. Vor ihrer Kündigung war Emmely in den Streikauseinandersetzungen im Einzelhandel aktiv.
Ihre beiden Arbeitsgerichtsprozesse hat sie verloren.
Auf der Veranstaltung wird über den Fall berichtet und wie es politisch und juristisch weitergeht. Es geht nicht nur um Verdachtskündigungen sondern vor allem auch um Kündigungen ohne vorherige Abmahnung in Bagatellfällen.
Das Komitee „Solidarität mit Emmely“ hatte beim Bundestag eine Petition eingereicht mit dem Ziel, eine Bagatellgrenze bei Kündigungen einführen zu lassen.
Emmely und ihr Anwalt wollen vor das Bundesarbeitsgericht gehen, falls sie verlieren, vor das Bundesverfassungsgericht, falls sie verlieren, zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Wir wollen bei dem Treffen diskutieren, wie wir Emmely und ihrem Rechtsanwalt Benedikt Hopmann in ihrem Kampf unterstützen können.

Emmely und Archi Kuhnke (ehemals Betriebsrat Daimler Düsseldorf) werden auf der Veranstaltung am 16.2.2010 anwesend sein.
Beginn 19 Uhr, in der Alten Feuerwache, Raum Gathedrale 1. OG, Gathe 6, Wuppertal
Veranstalter: BaSo
weitere Infos siehe: www.baso.info

Versammlung gegen das Spardiktat

26. FEBRUAR 2010 – 17 UHR RATHAUS BARMEN
OFFENE VERSAMMLUNG GEGEN DAS SPARDIKTAT

FÜR OFFENE SOZIALE &
KULTURELLE RÄUME!

Wir finden, auch wenn Wuppertal pleite ist, haben wir ein Recht auf unsere Stadt!
Dazu gehört für uns Raum für Kultur, für Begegnung, für Freizeit und Sport. Dazu gehört eine soziale Infrastruktur, die gerade für die arme Bevölkerung zugänglich sein muss: Kitas, Stadt/teil- und Schulbüchereien, Beratungseinrichtungen, ein warmes Schul- mittagessen und vieles mehr.

Kommunalpolitik ist für die Bedürfnisse ihrer Bürger/innen ver- antwortlich. Die Bürger/innen sollten die Politik in ihrer Kommune mitgestalten können. Sie sind es, die gefragt werden sollten.
Aus diesem Grund laden wir Sie/euch zu der Versammlung ein. Gemeinsam sollten wir uns austauschen, welche Auswirkungen und Probleme das sogenannte Sparpaket bringen wird, gemeinsam Ideen spinnen und sie konkretisieren.
Wir wollen uns nicht auseinanderdividieren lassen nach dem Motto: Wenn deine Einrichtung schließt, dann wird meine vielleicht gerettet. Unsere Aufgabe sehen wir nicht darin, Einsparvorschläge zu machen und das Elend zu verwalten. Wir möchten die grundlegende Frage stellen, was und wie viel wir für ein gutes Leben brauchen. Und wir wollen Pläne schmieden, was wir diesem ‚Spardiktat‘ als Menschen in Wuppertal entgegensetzen können.

Kommen Sie zur Versammlung mit Ihrem Ärger, Ihren Freund/innen und Ideen!

Laden Sie auf Veranstaltungen öffentlich zu dieser Versammlung ein und geben Sie diesen Flyer weiter!

Offene Versammlung gegen das Spardiktat am 26.02.2010 um 17Uhr im Rathaus, Sitzungszimmer 2/3 auf der 3. Etage.

P.S. Die Versammlung ist ausdrücklich keine Parteiveranstaltung, sondern ein offenes Forum
für alle BürgerInnen und Initiativen und die ParteipolitikerInnen sollen in erster Linie die Gelegenheit haben, die Statements und Vorschläge aus der Bevölkerung aus erster Hand mitzukriegen.

Kopfpauschale stoppen!

Die Regierung plant einen Umbau des Gesundheitssystems auf Kosten von Patient/innen, Geringverdienenden und sozial Benachteiligten. Campact möchte mit einer kraftvollen Kampagne gegen die Entsolidarisierung im Gesundheitswesen starten – und damit die Kopfpauschale stoppen! Kippen Sie die Pläne von Gesundheitsminister Rösler unter www.campact.de


Laßt euch das nicht bieten !

Vorbemerkung zur etwas nachlässigen Berichterstattung des WDR…..

Das Nordstadt-Portal vermeldet:

WDR-Bericht in der Aktuellen Stunde

Wer sich davon überzeugen will und den Beitrag sehen möchte, auf den Link klicken.

www.wdr.de/mediathek/html/regional/rueckschau/2010/01/30/lokalzeit_bergi…

Tatsächlich hatte der WDR die Veranstaltung gar nicht auf dem Sendeschirm. Erst nach einem Anruf einer WDR-Mitarbeiterin, die privat am Samstag dabei war, beim WDR kam ein Kameramann vorbei. Die WDR-Redaktion hatte eigentlich keinen Sendeplatz für den Beitrag. Kurz vorher musste sie schon einen Wandertipp aus dem Programm nehmen und jetzt das noch. Aber man wundert sich etwas weniger, wenn man weiß wo die Damen und Herren der WDR-Redaktion leben: nicht in Wuppertal.


Das war ein großartiges Wochenende im Wuppertaler Schauspielhaus. Insbesondere die sehr gut besuchte Solidaritätskundgebung umfasste fast das gesamte Spektrum der (noch) sehr kleinen Wuppertaler Widerstandsbewegung.

Anders als bei der Minikundgebung von Freitag, wo nur ca. 250 DemonstrantInnen teilnahmen, waren am Samstag SchülerInnen und Studierende, ErwerbslosenaktivistInnen von Tacheles, Beschäftigte der VHS, Verdi, die Initiative Pro Mirke, die für den Erhalt des 160 Jahre alten ehe. Arbeiterschwimmbads kämpft, Ataccies, total viele SchauspielerInnen und Bühnenbeschäftigte aus NRW und viele andere gekommen. Es waren bestimmt 1.000 Leute, die im Wintersportparadies Wuppertal den teilweise sehr guten Reden lauschten. Am besten war die Rede von Mechthild Grossmann, die insbesondere die Rolle und die Verantwortung der Politik eindrucksvoll angriff. Hoffentlich hat jemand die großartige Rede aufgenommen und wird sie bald ins Netz stellen.
Peinlich berüht waren viele von den Informationen aus dem Rathaus.
OB-Jung hatte den städtischen Beschäftigen verboten an der Kundgebung vor dem Rathaus am 29.1 teilzunehmen. Die geplante Aktion der städtischen Feuerwehr, den Pleitergeier am Rathaus anzubringen und später mit den Feuerwehrwägen eine Solidaritätsfahrt zum Schauspielhaus zu machen, wurde ebenfalls vom Dienstherrn Jung verboten. Angeblich soll er sogar dem Intendanten Christian von Treskow verboten haben, auf der Auftaktkundgebung vor dem Rathaus zu sprechen.
(Wenn das kein Ausschlussgrund aus „Wuppertal wehrt sich“ ist…)

Hingegen waren die Wohlfahrtsverbände wieder so frei, ihre Beschäftigten, darunter auch Ein Euro Jobber zum Protest zu zitieren. Erich Honecker lässt grüssen.

Wir geht es weiter?
Auf der Agenda des Protestes steht zunächst die Offene Versammlung gegen das Spardiktat im Rathaus am 26.2.2010 um 17:00 Uhr. Hier soll vor allem die Bevölkerung von Wuppertal die Gelegenheit haben, sich zu äußern und Pläne zu schmieden.
Am Anfang sollen die einzelnen Betroffenengruppen (vom Schauspielhaus, über die Schwimmbäder bis zu den Sozialeinrichtungen ) berichten, ParteivertreterInnen haben die seltene Gelegenheit erstmal zu zu hören.

Es soll auch beraten werden, ob und wie wir die erste entscheidende Ratssitzung am 15. März mit Protesten begleiten können. Sehr schön sind auch die Vorschläge bei der Eröffnung der Schwimmoper am 25. März ein großes Protestschwimmen gegen die Sparpläne zu veranstalten. Ministerpräsident Rüttgers soll ja das Schwimmbad noch vor der Landtagswahl eröffnen…

Auf jeden Fall gibt es zumindest bis zur Landtagswahl eine interessante Konstellation. Die SPD hat ihre Zustimmung zum Sparpaket schlauerweise aufgekündigt. Der Sonnenkönig Jung und sein Kassierer Slawig stehen zur Zeit nackt und ohne Mehrheit da. Das stört die Herren aber zunächst nicht in ihrem Sparplänen, sie wollen alles was rechtlich möglich ist ohne den Stadtrat durchziehen.
Aber OB Jung, der offensichtlich sehr schlechte politische Berater oder gar keine hat, sollte nicht zu hoch pokern. Ein OB, der so gerne Hinz und Kunz Guten Tag sagt und anders als sein Vorgänger Kremendahl, souverän auf den Stammtischen tanzen und bei den Sportvereinen lächeln kann, leidet viel mehr unter Liebesentzug seiner BürgerInnen. Und wenn er es zu bunt treibt, könten findige und fröhliche BürgerInnen sogar Unterschriften für ein Absetzungsverfahren sammeln. Dann könnte es eng werden für den Sonnenkönig.

P.S

Traurig ist die Berichterstttung des WDR-Fernsehens gewesen. Während die WZ für ihre Verhältnss recht gut berichtet hat, sie erkannte zum Beispiel messerscharf, das alle von den Sparplänen bedrohten Einrichtungen und Initiativen beim Protest am Schauspielhaus vor Ort waren und auch (was am Rathaus keine Selbstverständlichkeit war) geredet haben. Dagegen hat hat die Lokalzeit einen lieblosen Kurzfilm produziert, der in keiner Weise diese großartige Widerstandaktion würdigte. Stattdessen wurden uns Liveschaltungen vom Bogenschiessen, Interviews zum Zeitmanagement und zu abgebrannten Autobahnklos („Dixieklos sind die Hölle“) serviert.

Traurig.


Die WZ (!)

WZ Wuppertal. Der Protest der Wuppertaler gegen die geplante Schließung des Schauspielhauses und die weitreichenden Kürzungen im sozialen und kulturellen Bereich nahm bei der großen Kundgebung vor dem Schauspielhaus am Samstagnachmittag beeindruckende Formen an. Etwa 2000 Menschen aus der Stadt und auch aus vielen anderen Städten in Nordrhein-Westfalen hatten sich vor dem Schauspielhaus versammelt und jubelten dort Rednern wie dem ehemaligen Wuppertaler Schauspiel-Intendanten Holk Freytag zu, der sich vehement gegen die Kürzungen in der Kultur aussprach.

Die Redner kamen jedoch nicht nur aus dem kulturellen, sondern auch aus den sozialen und sportlichen Bereichen Wuppertals und warnten einhellig vor dem geplanten Kahlschlag, der mit dem umstrittenen Haushaltssicherungsgesetz einhergeht. Die bekannte Schauspielerin Mechtild Großmann übte bitterböse Kritik an Regierungspräsident Jürgen Büssow und forderte die Wuppertaler auf: „Lasst euch das nicht bieten!“ Red

Ich bin Bell

WZ 28.1.2009

SPD demontiert das Wuppertaler Sparpaket

von Robert Maus
Die Sozialdemokraten verweigern großen Teilen die Zustimmung und fordern erneut Hilfe von Bund und Land.

Protest gegen die Schließung des Freibads Mirke – vielleicht hat er etwas genutzt. (Archiv-Foto. Uwe Schinkel)

Wuppertal. Die Wuppertaler SPD hat heute angekündigt, weite Teile des von der Stadtspitze vorgestellten Sparpaketes nicht mittragen zu wollen. Da große Teile des Sparpaketes im Rat verabschiedet werden müssen, und die SPD in einer großen Kooperation mit der CDU die Mehrheit im Wuppertaler Stadtrat bildet, wird die Weigerung der Sozialdemokraten dazu führen, dass das kontrovers diskutierte Sparpaket nicht wie geplant kommen wird.

„Nach weiteren eingehenden Beratungsrunden steht fest, dass wir nicht alle Punkte der Sparliste der Verwaltungsspitze mittragen werden“, erklärte Dietmar Bell, Vorsitzender der Wuppertaler SPD. Konkret nannte Belle etwa die Schließung der Stadtteilbibliotheken, die Streichung der Zuschüsse an Schulbibliotheken und die angekündigte generelle Kürzung um zehn Prozent im Sozial- und Jugendbereich.

Hinzu kommt, dass die SPD bereits angekündigt hatte, die von Kämmerer Johannes Slawig (CDU) geplante Veräußerung der GWG nicht abzusegnen. Damit hat sich heute in einer Mitteilung auch die CDU einverstanden erklärt.
„Auf keinen Fall können wir in der Ratssitzung im März Beschlüsse über die Punkte treffen, die erhebliche Auswirkungen auf das Leben der Wuppertaler haben würden.“

Klaus Jürgen Reese, Fraktionsvorsitzender der SPD.

Nach der Ankündigung der SPD ist das Sparpaket nicht mehr umsetzbar. Die WZ hatte zudem schon im Vorfeld darüber berichtet, dass das Paket aus einer ganzen Reihe Luftbuchungen besteht. Zuletzt war sogar der geplante Blitzer auf der A 46 von der Bezirksregierung kassiert worden.
Eigentlich können jetzt nur noch etwa 30 Millionen Euro verwaltungsintern gespart werden – wenn das überhaupt geht.

Damit nicht genug: Die SPD schließt auch eine Erhöhung der Elternbeiträge für Betreuungsangebote, die Schließung von Schwimmbädern oder die Kürzungen im Kulturbereich aus, wie SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Jürgen Reese erklärte.

In der Wuppertaler Politik wird nun mehr oder weniger offen darüber spekuliert, dass das Sparpaket in seiner vorgestellten Form auf absehbare Zeit nicht zu realisieren sein wird. CDU und SPD haben aber erneut an Bund und Land appelliert, der Stadt finanziell zu helfen, um die Handlungsfähigkeit wieder herzustellen.

Die Grünen haben unterdessen gefordert, jede städtische Sparaktion an Vorbedingungen des Landes zu knüpfen. Nur wenn das Land einen Entschuldungsfonds für notleidende Städte auflegt, solle die Stadt ihren Sparbeitrag leisten, erklärte Lorenz Bahr von den Grünen.

1. Protestschwimmen

Protest beim 24-Stunden-Schwimmen

Beim 24-Stunden-Schwimmen auf Küllenhahn hat es gestern Protest gegen die Sparliste der Stadt gegeben. Im Schwimmsportleistungszentrum waren laut Organisatoren auch Beschäftigte der Wuppertaler Bühnen und Studentenvertreter der Uni dabei. Etwa 40 Schwimmer zogen Schilder mit den Aufschriften „Schwimmbäder und Theater statt Döppersberg“ oder auch „Rettet die Stadtteilbibliotheken“ durch das Wasser. Das Bündnis „gegen das Totsparen“ hat weitere Protestaktionen, zum Beispiel bei der Ratssitzung im März angekündigt.

(Radio Wuppertal)

Auf zum fröhlichen Widerstand!

Ungefähr 40 Badegäste haben heute am 1. Protestschwimmen gegen das Totsparen in Wuppertal teilgenommen. Mit dabei waren auch Beschäftigte der Wuppertaler Bühnen, Leseratten, NichtschwimmerInnen und Studenten aus dem ASTA der Bergischen Universität.

Im Rahmen des 24 Stunden – Schwimmens der Wuppertaler Schwimmvereinen haben wir uns in die Fluten des Sportleistungszentrums am Hahnerberg geworfen und liebe BademeisterInnen, keine Sorge, wir konnten (fast) alle schwimmen.

Auf dass Wuppertal nicht baden geht!

Mit unserem Protestschwimmen wollen wir uns als FreundInnen des Theaters und BibliothekennutzerInnen mit den Initiativen solidarisieren, die für den Erhalt ihrer Schwimmbäder kämpfen. Wir grüßen mit unserer Aktion insbesondere die BademeisterInnen, die Angestellten und natürlich die SchwimmerInnen, die um ihre Bäder bangen. Und wir grüßen auch all die anderen Initiativen, die sich gegen die Sparpläne wehren.

Lassen wir uns nicht auseinander dividieren!
Schwimmbäder, Bibliotheken, die Wuppertaler Bühnen, kompetente und freudliche Sozialeinrichtungen und würdige und gutbezahlte Arbeitsplätze gehören zusammen und sind Voraussetzungen für eine lebenswerte und sozial gerechte Stadt.

Wir wollen nicht zulassen, dass unsere Stadt kaputtgespart wird. Wuppertal braucht finanzielle Entlastung und Unterstützung durch das Land und den Bund! Verweigern wir uns dem Sparprogramm!
Für ein Recht auf eine soziale Stadt! Kämpfen wir gemeinsam für eine angemessene soziale und kulturelle Infrastruktur in Wuppertal!

P.S. wir kommen wieder und machen weiter.

Eine BürgerInnenversammlung im Rathaus, eine Massenzeitung und Proteste bei der Ratssitzung am 15.März sind in Vorbereitung.
Und wenn Ministerpräsident Rüttgers am 25.März die Schwimmoper zum Wahlkampf einweihen will, stürzen wir uns wieder zum Protestschwimmen in die Fluten…

Es grüßen die Protest-SchwimmerInnen und Protest-NichtschwimmerInnen
des Bündnisses „WuppertalerInnen gegen das Totsparen Sektion Wassersport“

Ein Filmchen und Fotos über die Aktion wird noch nachgeliefert.

Schilder mit folgenden Botschaften wurden durchs Wasser gezogen….
Schwimmen Lernen ist kein Luxus!
Rettet die Schwimmbäder !

Schwimmbäder und Theater statt Döppersberg.
Volksbegehren gegen den Döppersberg-Umbau!!!!

Rettet die Stadtteil-Bibliotheken!
Kostenlose Bildung für alle statt Junioruni für wenige!

Zum Teufel mit der Leuchtturm-Politik!
Döppersberg-Umbau verhindern!
Soziale und kulturelle Infrastruktur retten!

Zum Streik der Tekel-ArbeiterInnen

Verändern Tekel-Arbeiter die politische Landschaft?

Bis zu 100.000 Menschen auf der Demonstration in Ankara, wochenlanger
Kampf, wachsendes Medienecho und die diversen gesellschaftlichen Kräfte
sind zusehends gefordert und bemüht, sich zu positionieren. Der Beitrag
einer Belegschaft zur Veränderung der politischen Landschaft – und wie
transnationale Solidarität dabei wirken kann. Jetzt gibt es den
gewerkschaftlichen Aufruf „FUSSBALLFANS! SEİD IHR BEREİT,
DİE STİMME DER ARBEİTER İN DEN STADİEN
WİDERHALLEN ZU LASSEN?“ pdf-Datei vom 20. Januar 2010:
http://www.labournet.de/internationales/tr/livornotekelsoli.pdf

TEKGIDA-İŞ SENDİKASI
Tobacco, Drink, Food and Allied Workers’ Union of Turkey
20.01.2010
FUSSBALLFANS! SEİD IHR BEREİT, DİE STİMME DER ARBEİTER İN DEN
STADİEN WİDERHALLEN ZU LASSEN?

Die Tekel-Arbeiter leisten seit 37 Tagen in der Türkei als Stimme der unterdrückten und
ausgebeuteten Arbeiterklasse und als Opfer von Privatisierung im Rahmen des EU Beitritts
gegen die Schließung ihrer Arbeitsplätze und Lohnhalbierung und den Verlust aller sozialen und
gewerkschaftlichen Rechte in Kälte verhungert und verdurstet Widerstand. Seit 19. Januar 2010 um 15 Uhr sind 130 Tekel Arbeiter im Hungerstreik. Sowohl in der Türkei als auch im Ausland wächst die Solidarisierung mit den Tekel Arbeitern. Trotz den schwierigen Bedingungen
versuchen die Tekel Arbeiter ihre Stimme mit Hilfe dieser großen und wichtigen Solidarität die
Regierung zu Verhandlungen zu bewegen.
Lassen wir gemeinsam die Stärke dieser Stimme zuzunehmen und mit den Arbeitern in den
Stadien diese Forderungen und den gerechten Kampf in die Öffentlichkeit tragen. Am 17. Januar
sahen wir in Ankara auf der Demo die Transparenten von den uns unterstützenden
Fangemeinden. Forza Livorno, die gegen neoliberale Ausbeutung des Fußballs aktiv ist, rief zur
Solidarität mit Tekel Arbeitern auf. Bei Fußballspielen sollten unter anderem von den
Fangemeinden die Solidaritätstransparente mit Tekel Arbeitern ausgehängt werden. Diese
Initiative ist die Verstärkung unserer Stimme in alle Richtungen. Wir bedanken uns bei allen
Fans und Fangemeinden, besonders bei Forza Livorno, Halkin Takimi, Karakizil, die die Stimme
der Tekel Arbeitern in den Stadien geworden sind. Wir wissen das sehr zu schätzen.
Wir senden die Grüße der Arbeiter, die ihren schwierigsten Tagen ihres Kampfes die Solidarität
erfahren haben, auch an das Alerta Network, das die Stimme der Tekel Arbeitern in die
europäische Öffentlichkeit tragen möchte. Wir rufen alle die internationale Solidarität ernst
nehmende Fußballfans zur Solidarität mit Tekel Arbeitern auf. Wir rufen Euch vom ganzen
Herzen zur Unterstützung auf. Arbeiter, die die Stadien füllen, vereinigt Euch gegen die
Ungerechtigkeit und Ausbeutung auf dieser Welt. Die Stadien sollen mit euren legitimen
Stimmen widerhallen! Solange es Euch gibt, sind die Tekel Arbeiter nicht allein, sie werden nie
allein bleiben!
TEKEL ARBEITER & DEREN GEWERKSCHAFT TEKGIDA-IS
KONAKLAR SOK. NO:1 4. LEVENT İSTANBUL
TEL: 0 212 2644996(4 HAT) FAX: 0 212 2789534 http:// www.tekgida.org.tr
TEKGIDA-İŞ trade union is affiliated to IUF and EFFAT.

4 Woche is zurück

Heraus aus dem Winterschlaf! Die 4 Woche meldet sich aus der Winterpause zurück.

Am 22. Januar versammeln wir uns ab 16:00 Uhr im Gemüseladen am Otto Böhne Platz zu Kaffe und Kuchen.
Ab 18:00 reichen wir draußen ein köstliches Süppchen!
Wir haben viel zu besprechen. Am 1. März ist wieder Zahltag vor der Arge Bachstrasse. Dort wollen wie die Auswertung unserer „Kundenzufriedenheitsumfrage“ vorstellen und anschließend zur schlechtesten ARGE-Filiale wandern.
Schließlich wollen wir von den Aktivitäten gegen das Totsparen und für das recht auf soziale Stadt berichten. Diverse Schwimmbäder, Sozialeinrichtungen, Stadtteil- und Schulbibliotheken sowie das Schauspielhaus sind von der Schließung bedroht, statt dessen hält die Stadtspitze und die Mehrheit des Stadtrates am Döppersbergumbau fest. Geplant sind eine große Bürgerversammlung gegen die Sparpläne im Rathaus und eine Belagerung der nächsten Stadtratssitzung am 15. März.

Zur Idee der 4. Woche-Aktion

Wir haben in den letzten Monaten auf dem Otto-Böhne-Platz in Wuppertal das Projekt „La quarta settimana“ die vierte Woche begonnen. Die Aktion ist inspiriert von den „Vierte Woche“– Aktionen der Prekären in Italien, die- wie die meisten von uns -am Ende des Monats kein Geld mehr in der Tasche haben. Sie treffen sich regelmäßig in der vierten Woche zu gemeinsamen Menüs und abschließenden Einkaufstouren und Kinobummel, um ihr Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben durchzusetzen. Wir wollen uns ab jetzt jeden letzten Freitag im Monat treffen, um in Zeiten von Hartz VI, Kurzarbeit, Niedrigrenten, Studiengebühren und 1 Euro Jobs uns gemeinsam ein köstliches Menü umsonst und draußen zu kochen. Hierzu sind Alle mit Kindern und Enkelkindern herzlich eingeladen. B Laden wir unsere Nachbarinnen und Nachbarn ein, uns gemeinsam einen Ort des Austauschs zu schaffen, gutes Essen in gemeinsamer öffentlicher Runde sind die Voraussetzungen
für einen Widerstand mit langem Atem, wilden Aktionen und guten Argumenten.
Weg mit Hartz IV- Würdige Lebensverhältnisse für alle, mindestens 800 Euro (ohne Miete) und 10 Euro Mindestlohn aber dalli!

Termine:

29.1.2010 11:00 Uhr Kundgebung vor dem Barmer Rathaus gegen die Sparpläne der Stadt.

19:30 AZ Vorbereitungstreffen gegen den Naziaufmarsch in Dresden am 13. Februar. Es gibt noch Busplätze…

29.1-30.1.2010 Aktionswochenende im Schauspielhaus gegen die Sparpläne

1.3.2010 9:00 vor der ARGE Bachstraße 3. Zahltag und Preisverleihung für die schlechteste ARGE

der alte Galden wäre auch dabei…




Referer der letzten 24 Stunden:
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